Schule : Nichts, was es nicht gibt

Mercedes hat den Sprinter erneuert – und von dem sind hunderte Variationen zu haben

Ingo von Dahlern

Ginge es allein nach den Produktionszahlen, dann hätte Mercedes-Benz seinen Transporter Sprinter ruhig noch weiter bauen können. In elf Jahren sind mehr als 1,3 Millionen Exemplaren vom Band gelaufen; 2005 erreichte der Marktführer in der Klasse um 3,5 Tonnen Gesamtgewicht mit 167 000 Einheiten sogar einen Produktionsrekord. Doch trotz solcher Zahlen war die Zeit reif für eine neue Generation. Denn die rapiden Fortschritte bei der Sicherheitstechnik, im Motorenbau und in der Produktionstechnik ließen sich allein durch konsequente Modellpflege nicht mehr integrieren.

So wurde mit einem Aufwand von immerhin 1,8 Milliarde Euro ein Nachfolger entwickelt, der bereits Ende des nächsten Monats auf den Markt kommen wird. Und der setzt auch der für Transporter so wichtigen Variantenvielfalt neue Maßstäbe. Denn bei drei Radständen, vier Längen, künftig drei Dachhöhen und Gesamtgewichten zwischen 3,0 und 5,0 Tonnen ergeben sich mit den verschiedenen Aufbau-, Motor- und Getriebekombinationen bereits mehr als 1000 verschiedene Grundmodelle. Nimmt man dann noch die zahlreichen Sonderausstattungen hinzu, dann gibt es praktisch keine Transportaufgabe, die der neue Sprinter in seiner Klasse nicht erfüllen kann.

Die neune Optik wird geprägt von der markanten Front mit großem Kühllufteinlass und modernsten Scheinwerfern. Wichtiger aber ist die Weg weisende Sicherheitsausstattung. Schon vor drei Jahren, als „rasende Transporter“ eine heftige Diskussion um die Sicherheit dieser Fahrzeugklasse auslösten, hatte Mercedes-Benz beschlossen, im Sprinter die Fahrdynamikregelung ESP als Serienausstattung zu verbauen. Als Adaptive ESP beim neuen Sprinter bietet dieses System nun weitere Funktionen. Denn es berücksichtigt nun auch Masse und Schwerpunkt des Sprinters – einschließlich Beladung. Deshalb kann es nun noch feinfühliger und gezielter eingreifen, wenn das Fahrzeug droht, vom gewünschten Kurs abzukommen. Auf Wunsch lässt sich das neue ESP zudem um die Funktion AAS (Anfahrassistent) erweitern. Der hält nach Lösen der Bremse für bis zu zwei Sekunden den Bremsdruck und erleichtert so das Anfahren am Berg.

Auch bei der passiven Sicherheit gibt es Fortschritte. Denn für jeden Sitzplatz gibt es nun Dreipunktgurte und verstellbare Kopfstützen und Gurtkraftbegrenzer und für den Fahrer- und äußeren Beifahrersitz auch Gurtstraffer. Während der Fahrerairbag Serienausstattung ist, kann man den Sprinter auf Wunsch auch mit Beifahrerairbag, Thoraxbags und Windowbags ausstatten. Und viel Wert gelegt wird schließlich auf die Ladungssicherung – mit einer Trennwand aus Stahl beim Kastenwagen sowie stabilen Verzurrösen in den unterschiedlichsten Positionen.

Auch bei der übrigen Ausstattung hat Mercedes-Benz beim Sprinter kräftig zugelegt. So haben alle Versionen elektrische Fensterheber, eine Funk-Fernbedienung für die Zentralverriegelung und einen stufenlos in der Höhe einstellbaren Fahrersitz sowie Weitwinkelspiegel. Besonders praktisch für Fahrzeuge, die von Kurierdiensten eingesetzt werden, sind Klappsitze auf der Beifahrerseite. Den Arbeitsplatz des Sprinter-Lenkers prägen außerdem ein Multifunktionslenkrad, ein Kombiinstrument mit großem Display und klar gezeichnete Rundinstrumenten. darunter eine Mittelkonsole mit völlig neu gestaltetem Ablagenkonzept.

Zu den besonders praktischen Extras gehören eine elektrische Zuziehhilfe für die Schiebetür und das System Keyless Entry und Slide. Es verriegelt und öffnet Fahrer- und Schiebetür, was insbesondere für Paktdienstfahrer, die oft keine freie Hand zur Verfügung haben, eine große Arbeitserleichterung bedeutet.

Basis für die breite Motorenpalette des neuen Sprinters ist ein direkt einspritzender 2,2-l-Turbodiesel mit Common Rail, der in vier Leistungsstufen von 65 bis 110 kW (88 bis 150 PS) angeboten wird. Stärkster Diesel ist ein 3,0-l-V6 mit 135 kW (184 PS) und auf ein ganz neues Leistungsniveau gelangt der Sprinter mit dem 3,5-l-V6-Benziner mit 190 kW (258 PS). Alle Diesel haben einen Partikelfilter.

Da Mercedes-Benz den neuen Sprinter nun auch mit einem Super-Hochdach anbietet, das von der Daimler-Tochter „Westfalia Van Conversion" aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt wird, werden neue Dimensionen möglich. Denn zusammen mit dem längsten Radstand und dem ebenfalls neu verfügbaren „verlängerten Überhang“ ergibt sich nun ein maximales Ladevolumen von 17 Kubikmetern bei einer Stehhöhe von 2,14 Metern. So groß war bisher kein Sprinter.

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