Schule : Nur 15 Minuten warten

Bei Verzögerungen gibt es das Geld zurück

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TÜV – diese drei Buchstaben sind auch heute noch für viele Autofahrer eine Horrorvision. Vor allem dann, wenn ihr Auto schon in die Jahre gekommen ist, droht bei den Prüfungen im Extremfall das endgültige Aus – dann, wenn es nicht gar so schlimm kommt, teure Reparaturen.

Aber sieht man genauer hin, dann sind solche Fälle die Ausnahmen. Insbesondere in Berlin, wo auf den Prüfbahnen der TÜV Rheinland Group, die hier insgesamt neun Prüfstellen betreibt, 22 Prozent aller Prüfungen im Rahmen der Hauptuntersuchung beim TÜV stattfanden. Denn im Durchschnitt schafften acht von zehn Personenwagen die Prüfung auf Anhieb, was auf eine vergleichsweise hohe Qualität der Fahrzeuge auf den Straßen der Hauptstadt schließen lässt. Was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass die Autos auf unseren Straßen immer älter werden – inzwischen durchschnittlich 11,9 Jahre unterwegs sind.

TÜV als Horrorvision – das ist heute alles andere als zeitgerecht. Und das insbesondere für die erst vor wenigen Wochen vollständig erneuerte Prüfstelle in der Alboinstraße 56 in Schöneberg. 1959 hatte der TÜV sich hier angesiedelt. Nun war eine Grunderneuerung fällig. Das Ergebnis ist seit dem 5. April eine der modernsten Prüfstellen des TÜV im ganzen Land.

Nun haben Autofahrer, die ihren Wagen zur Prüfung bringen, die Möglichkeit, die gesamte Prüfung neben den Prüfer mitzuverfolgen. Und die neu eingerichteten Hebebühnen erlauben eine besonders gute Sicht aufs Auto, weil es mit frei hängenden Reifen aufgebockt wird. Der Fahrzeugeigner kann den Prüfer während der Prüfung fragen und sich Erklärungen geben lassen. Und die enthalten oft genug auch wichtige Hinweise auf Mängel, die nicht Teil der Hauptuntersuchung sind. Eine gute Gelegenheit, den Zustand seines Fahrzeugs aus der Sicht einen unabhängigen Experten besser kennen zu lernen.

Rund 200 Fahrzeuge kann man in der neu eingerichteten Prüfstelle in der Alboinstraße, die Vorbild für die Erneuerung auch der übrigen acht Prüfstellen ist, pro Tag untersuchen. Und das ohne die früher oft nervenden Wartezeiten für die zur Prüfung kommenden Fahrer. Haben die nämlich über die Servicehotline 0800/88 38 88 38 einen Termin vereinbart, dann müssen sie maximal 15 Minuten warten. Sollte das einmal nicht klappen und es zu Verspätungen kommen, dann gibt es das Geld für die Prüfung zurück.

So hat der TÜV viel von seinem Schrecken verloren, sich zu einem Unternehmen gewandelt, das Service groß schreibt und auf zufriedene Kunden setzt. Was allerdings den Angstschweiß in den Prüfungsräumen des TÜV für die Führerscheinprüfungen nicht verhindern kann. Etwa jede dritte Führerscheinprüfung in Berlin wird vom TÜV abgenommen – und dabei fielen im vergangenen Jahr 30 Prozent der Prüflinge bei der praktischen und 34 Prozent bei der theoretischen Prüfung durch, für die derzeit neue Lehr- und Prüfverfahren entwickelt werden, bei denen der Computer mit seinen Darstellungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle spielt. ivd

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