Schule : Offene Vielfalt

Von Mini bis Luxus: Cabrios werden heute in allen Klassen angeboten

Ingo von Dahlern

Ob flinker Roadster, komfortabler Viersitzer, luftiges Spaßauto oder verwandlungsfähiges Cabrio-Coupé mit Variodach – so viele offene Autos wie derzeit gab es noch nie. Das gilt für alle Klassen, Größen und Preisklassen vom offenen Smart Fortwo bis zum sündhaft teuren Bentley Arnage Drophead Coupé. Und immer öfter setzen die Konstrukteure offener Autos statt auf das früher durchweg verwendete Stoffdach auf voll versenkbare variable Variodächer aus Metall oder Glas, mit denen sich ein Auto in weniger als einer Minute vom geschlossenen Coupé in ein offenes Fahrzeug verwandeln lässt und umgekehrt.

Mercedes brachte diese Technik im letzten Jahrzehnt im sportlichen SLK auf den Markt, blieb ihr bei der zweiten Generation des SLK treu und übernahm sie auch für die neueste Generation des Mercedes SL. Als Peugeot mit dem 206 CC im Herbst 2000 einen besonders preiswerten Zweisitzer mit Variodach herausbrachte, wurde der schon bald zum meistverkauften Cabrio auf dem deutschen Markt. Künftig wird es das Modell auch mit Dieselmotor inklusive Partikelfilter geben. Eine Nummer größer bietet Peugeot mit dem 307 CC eine viersitzige Variante an.

Aber auch andere Hersteller haben moderne Cabrio-Coupés im Programm: Das Renault Mégane Cabrio-Coupé mit gläsernem Variodach ist ebenfalls ein Viersitzer. Von Opel kommt der Tigra Twintop, zu dem sich im nächsten Jahr ein Astra mit Variodach gesellen wird. Der Cadillac XLR und der Lexus SC 430 gehören zu den luxuriöseren Modellen. Kompaktester Vertreter ist der auch bei uns nur als Rechtslenker angebotene kleine Daihatsu Copen. Zur IAA im Herbst wird Volvo beim Nachfolger des C70 Cabrio zeigen, dass die Idee des Cabrio-Coupés auch den hohen Norden erreicht hat.

Dessen Siegeszug bedeutet allerdings nicht das Ende des klassischen Cabrios mit Stoffdach. Im Gegenteil: Auch deren Zahl wächst beständig. Klassische Roadster wie der soeben erst in neuester Generation präsentierte Mazda MX-5 oder der BMW Z4 bleiben dem Stoffdach treu. Und die Liste der Hersteller, die auch künftig auf dieses klassische Cabrio-Material setzen, ist lang: Der Audi TT Roadster als einziger Roadster, den es auch mit Allradantrieb gibt, gehört dazu. Oder der Fiat Barchetta, der allerdings ein Auslaufmodell ist. Die Palette der Modelle reicht vom günstigen Einstiegsmodell, das Ford mit dem Streetka bietet, über Sportwagen wie den Chrysler Crossfire Cabrio, den Nissan 350Z und den Maserati Spyder bis hin zum Porsche 911 Carrera, bei dem man das Dach bis zu Tempo 50 sogar während der Fahrt öffnen und schließen kann.

Dem Stoff treu bleiben auch viele klassische Viersitzer wie der 3er von BMW, der als Cabrio noch zur Vorgängergeneration des aktuellen 3er gehört, der Mercedes CLK, das Audi A4 Cabriolet, das zu den wenigen Cabrios gehört, die es auch mit Dieselmotor gibt, der Chrysler Sebring Cabrio und der Saab 9-3 Cabrio.

Volkswagen, mit dem Golf Cabrio in der Klasse der Viersitzer einst mit einem Bestseller vertreten, bietet derzeit nur den offenen Beetle. Unter dessen Retro-Karosserie steckt die bewährte Golf-Technik. Allerdings wird Wolfsburg noch in diesem Herbst zeigen, dass die vor zwei Jahren erstmals vorgestellte Roadster-Studie Concept R schon bald eine neue Ära bei den offenen Volkswagen begründen wird.

Eigenwillig mit Retro-Look, Überrollbügel und wahlweise Dieselmotor ist schließlich das Cabrio des Chrysler PT Cruiser. Offen fahren kann man seit dem vergangenen Jahr auch mit dem Mini, in dessen Stoffdach ein raffiniertes Schiebedach integriert ist. Das Angebot der kleinen viersitzigen Cabrios wird schließlich bald durch den offenen Mitsubishi Colt und den offenen Nissan Micra erweitert.

Einen eigenen Weg bei den offenen Autos geht Citroen mit dem Verwandlungskünstler C3 Pluriel, der ganz nach Wunsch Limousine, Cabrio oder Roadster sein kann. Mit Offroad-Feeling kann man im Klassiker Jeep Wrangler an frischer Luft fahren.

Mit dem Aus von MG Rover hat sich auch der Roadster MG TF aus der Cabrio-Szene verabschiedet. Und früh zu Ende geht die Karriere des Smart Roadster, der als Leichtgewicht mit einem kleinen Motor ein überraschend agiles Auto ist. Doch Cabrio-Fahrer dürften alles andere als einen Mangel an Auswahl haben. Für das Jahr 2006 werden jetzt schon die ersten offenen Neuheiten angekündigt.

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