Schule : Ohne Ringe, ohne Sterne – aber Premium

Der neue B9 Tribeca von Subaru: Ein Crossover mit viel Platz und hoher Verarbeitungsqualität

Ingo von Dahlern

Tribeca – für Kenner New Yorks ist das die Kurzform für das pulsierende Szeneviertel Triangle Below Canal Street in Lower Manhattan. Auch passionierte Googler stoßen erst einmal auf mehrere Einträge über Big Apple, ehe ein Hinweis auf Subarus neues Flaggschiff B9 Tribeca folgt, dessen eigenwilliger Name nicht zufällig gewählt wurde. Denn mit dem Fahrzeug folgt nun endlich auch der japanische Allradspezialist jenem Trend, der besonders in den USA ausgeprägt ist: Die SUV (Sports Utility Vehicle) sind immer noch gefragt, weil sie die Fahreigenschaften von Limousinen mit einem unverkennbaren Offroad-Look vereinen.

Allerdings zeigt der zweite Blick, dass Subaru mit dem B9 Tribeca gleich einen Schritt weiter geht. Denn in diesem Auto stecken sehr viel mehr Limousinen- und Van-Elemente als bei den klassischen SUV. So erinnert der B9 Tribeca schon eher an Modelle wie die R-Klasse von Mercedes-Benz, auch wenn seine Optik mehr Offroad-Elemente enthält. Kurzum: Der B9 Tribeca ist ein klassisches Crossover-Modell.

Mit dem scheint Subaru in Nordamerika direkt ins Schwarze getroffen zu haben. Denn der dort bereits Mitte 2005 eingeführte B9 Tribeca wurde postwendend zu einer Erfolgsnummer. Subaru brachte gleich im ersten Jahr 20 000 Stück auf die Straße. Nun wagt man auch den Schritt nach Europa. Von November an soll der B9 Tribeca auch bei den deutschen Subaru-Händlern stehen, die ihre Kunden dann auch mit einem ganz neuen Preisniveau überraschen. Denn für den B9 Tribeca werden in der Ausstattung Active mindestens 42 500 Euro aufgerufen, der Comfort kostet 5 000 Euro mehr und der Exklusive kratzt mit 49 900 Euro hart an einer magischen Marke. Das sind Preise für Premium-Autos in dieser Klasse. Aber Subaru kann den damit verbundenen Anspruch auch erfüllen. Das gilt zum einen für das Design, bei dem die Front mit ihren drei großen Lufteinlässen in ihrer Architektur an typische Alfas erinnert. Das trifft aber noch klarer für das Innenraumdesign und vor allen die hohe Werkstoff- und Verarbeitungsqualität zu. Schon das bisherige Subaru-Spitzenmodell Legacy fällt – vor allem dann, wenn man noch den schlichten Plastiklook früherer Subaru-Modelle in Erinnerung hat – durch eine Qualität auf, die mit der der Ingolstädter Allradkonkurrenz durchaus vergleichbar ist. Der B9 Tribeca hält dieses Niveau, zudem setzt er mit seinem praktisch aus der Mittelkonsole herauswachsenden Cockpit interessante Design-Akzente.

Premium beim B9 ist das Raumkonzept. Denn der 4,86 Meter lange und 1,88 Meter breite Viertürer mit elektrisch betätigter Heckklappe überzeugt mit einem weitläufigen Passagierraum. Da die Sitze in der zweiten Reihe längs verschiebbar sind, kann man es sich auch hier ausgesprochen bequem machen. Wahlweise gibt es für den Fünfsitzer zudem zwei zusätzliche Klappsitze in einer dritten Reihe. Die haben allerdings nur Kindergröße. Großzügig geschnitten ist schließlich auch der Laderaum, der sich von 525 auf bis zu 1671 Liter erweitern lässt und dann einen durchgängig ebenen Boden bietet, eine angenehme Sache.

Die Verpackung des Tribeca verspricht also eine Menge – und die Fahreigenschaften halten weitgehend mit. Bereits 1972 und damit acht Jahre vor Audi entschied sich Subaru für den Allradantrieb in seinen Personenwagen. Seitdem wurde diese Technik konsequent weiterentwickelt und perfektioniert, wie es der B9 Tribeca bei ersten Ausfahrten auf europäischen Straßen nun beweisen konnte. Da er ein in den USA für den dortigen Markt produziertes Auto ist, musste die Fahrwerkabstimmung für Europa angepasst werden. Das ist den Subaru-Ingenieuren sowohl bei der Federung als auch der Dämpfung recht gut gelungen, sodass man den B9 Tribeca auch auf kurvigen Landstraßen flott bewegen kann. Hätte man die Seitenneigung in zügig gefahrenen Kurven noch ein wenig besser in den Griff bekommen, könnte man sogar sagen: perfekt.

Nicht ganz so überzeugend ist das Zusammenspiel der Fünfgang-Automatik mit dem Antriebsaggregat des B9 Tribeca. Ihre Schaltpunkte sollten noch einmal überarbeitet werden. Große Freude bereitet dagegen der Motor. Der ist, wie sollte es bei Subaru auch anders sein, natürlich ein Boxermotor – dafür steht übrigens das „B“ in der Modellbezeichnung B9 Tribeca. Das vorn längs eingebaute Aggregat entwickelt 180 kW (245 PS) und liefert ein höchstes Drehmoment von 297 Nm. Das erlaubt dem B9 Tribeca einen kraftvollen Antritt, sodass er trotz seiner 1,9 Tonnen in nur 9,7 Sekunden Tempo erreicht – das Spitzentempo liegt bei 195 km/h.

Leider bietet Subaru bislang nur einen Benziner an. Für die USA ist das kein Problem. Aber auf dem europäischen Markt dürfte diese durchschnittlich 12,7 l/100 km verbrauchende Maschine die Chancen des B9 Tribeca spürbar einschränken. Es sei denn, potenzielle Kunden entscheiden sich für die von Subaru angebotene Umrüstung auf Autogas (LPG). Das würde die Kraftstoffkosten praktisch halbieren. Mit Blick auf allein 1600 Autogas-Tankstellen in Deutschland und eine flächendeckende Versorgung in Polen, den Niederlanden, Frankreich und Italien erlaubt das auch lange Urlaubsreisen. Und da der Benzintank erhalten bleibt, kann man überall dort, wo LPG nicht verfügbar ist, auf Benzin ausweichen.

Wer, wie viele Europäer, einem Diesel den Vorzug gibt, muss dagegen noch warten. Aber immerhinmit interessanter Perspektive. Denn Subaru hat inzwischen einen Diesel-Boxer entwickelt, der schon bald in den kleineren Modellen und in absehbarer Zukunft auch in den größeren angeboten werden soll.

Zum Schluss ein Blick auf die Ausstattung. Die ist für den auf 18-Zoll-Rädern stehenden B9 Tribeca ebenfalls Premium – von der serienmäßigen Zwei-Zonen-Klimaautomatik über die komplette Sicherheitsausstattung bis zum ausgeklügeltem Lichtkonzept innen. Dazu kommen eine Sicherheitsausstattung, die im amerikanischen Test fünf Sterne einbrachte, sowie Optionen wie das hochwertige DVD-Navigationssystem und das Rear-Seat- Entertainmentsystem mit ausklappbarem Bildschirm.

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