Online-Kompetenz an Schulen : Sicher surfen

An Berliner Schulen gibt es rund 50.000 Computer – doch neben Schülern müssen auch viele Lehrer lernen, damit umzugehen.

von und Franziska Felber
An der Maria-Montessori-Grundschule werden Notebooks und das Internet in den Unterricht integriert. Foto: Thilo Rückeis
An der Maria-Montessori-Grundschule werden Notebooks und das Internet in den Unterricht integriert.Foto: Thilo Rückeis

Deutschstunde in der sechsten Klasse der Maria-Montessori-Grundschule in Tempelhof, der „Pantherklasse“. Lehrer Thomas Seidel verteilt die Aufgaben. Einige Schüler beschäftigen sich mit einem Arbeitsblatt zum Thema Fabel, andere vertiefen sich in eine Lernsoftware an den Laptops. Neslihan und Berfin wollen etwas für das Internettagebuch der Klasse schreiben, den Pantherblog.

Die beiden Mädchen setzen sich an den Computer und tippen los. Das Thema ist schnell gefunden: „Die Zeitung kommt“, denn schließlich sind eine Journalistin und ein Fotograf im Unterricht zu Besuch. Zwischendurch stürzt der Rechner ab, doch am Ende der Stunde ist der Eintrag fertig.

Die Maria-Montessori-Grundschule ist Modellschule im Rahmen des E-Education Masterplans, mit dem die Bildungsverwaltung seit 2005 den Einsatz digitaler Technologien und neuer Unterrichtsformen an Schulen fördert. An der Schule gibt es in jeder Klasse mindestens einen Computer, jede Woche findet Unterricht im Computerraum statt. Vor zwei Jahren hat Lehrer Thomas Seidel außerdem den Klassenblog eingerichtet. So könne den Schülern auf praktische Art und Weise Medienkompetenz vermittelt werden, sagt Seidel.

Internet und neue Medien sind aus dem Leben von Schülern nicht mehr wegzudenken: Sie sind in sozialen Netzwerken aktiv, schauen Videos auf Youtube und nutzen Google und Wikipedia zur Unterrichtsvorbereitung. Wie dringend Schüler jedoch über die Nutzung des Internets aufgeklärt werden müssen, hat im Frühjahr etwa der Skandal um die mittlerweile aus dem Netz genommene Seite „Isharegossip“ gezeigt, auf der Jugendliche virtuell gemobbt wurden.

In den Rahmenlehrplänen der Berliner Schulen jedoch ist Aufklärung über die Gefahren des Internets nur in den Fächern Informationstechnischer Grundkurs (ITG) in den Jahrgängen sieben und acht sowie im Wahlpflichtfach Informatik in den Jahrgängen neun und zehn vorgesehen. Zu wenig, findet etwa Landesschülersprecher Jonas Botta. Der Schüler der 13. Klasse des Zehlendorfer Werner-von-Siemens-Gymnasiums fordert Medienscouts für Berliner Schulen – einzelne Schüler, die dazu ausgebildet werden, ihre Mitschüler über die sichere Nutzung des Internets aufzuklären.

Jenseits des Rahmenlehrplans helfen immerhin einige Projekte dabei, sich schon als junger Mensch sicher in der virtuellen Welt zu bewegen: So nutzen etwa die Zweitklässler der Neuköllner Konrad-Agahd-Schule ein Kinderschutzprogramm für das Internet. Frei von Gefahren können sie das Programm als soziales Netzwerk nutzen, dort Fotos hochladen und mit Freunden kommunizieren. Außerdem wird ihnen eine Auswahl von rund 850 altersgerechten Seiten vorgeschlagen. Erst ab Klasse vier werden sich die Kinder tatsächlich im Netz bewegen.

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