Schule : Originell, bunt und innen sehr variabel

Der kompakte und innovative Citroën C2 ist ein praktisches und handliches Stadtauto und zugleich auch reisetauglich

Ingo von Dahlern

Citroën wächst. Auch wenn der europäische und der deutsche Markt in diesem Jahr bislang schrumpften – die Marke mit dem Doppelwinkel legte auf beiden kräftig zu. Rund neun Prozent Zuwachs erreichte man in Europa in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres. Einen besonders wichtigen Beitrag zu diesen Ergebnissen leistete der kompakte Citroën C3, dem erst vor wenigen Monaten der Verwandlungskünstler C3 Pluriel zur Seite trat. Und Citroën powert weiter. Denn schon in zwei Wochen geht ein noch kompakteres neues Modell an den Start – der Citroën C2. Ein knapp 3,67 Meter langer Zweitürer, der auf der verkürzten Plattform des grundsätzlich viertürigen 3,85 Meter langen C3 aufbaut und damit über eine Fülle von C3-Genen verfügt – Citroën spricht von rund 60 Prozent Gleichteilen.

Ein Auto allerdings auch, das trotzdem seinen ganz eigenen Charakter hat. Denn während das Design des C3 von Rundungen rundum geprägt ist, findet man die beim kleineren C2 eigentlich nur bei der Silhouette des Vorderwagens, der gewölbten Motorhaube, den betont gerundeten Kotflügeln und dem vorderen Teil des Daches. Daneben zeigt der C2 mit seinem Radstand von 2,31 Meter einige sehr markante Kanten, große und kräftige vertikal stehende Scheinwerfer, kräftige Rückleuchteneinheiten und ein kurzes steiles Heck. Und er bricht mit einer uralten Design-Tradition. Denn die Unterkante seiner Seitenfenster bildet keine durchgehende Linie mehr, ist gebrochen. Statt die Linie des vorderen Seitenfensters fortzuführen, setzt das hintere sehr viel tiefer an. Eine eigenwillige Optik, die den C2 unverwechselbar und interessant macht und den Passagieren im Fond ganz neue Perspektiven für die Sicht nach außen bietet. Dennoch – trotz seiner eigenen Optik ist auch der C2 unverkennbar ein moderner Citroën.

Innovativer variabler Innenraum

Er tritt trotz seiner kompakten Abmessungen mit einer kraftstrotzenden und betont dynamischen Optik an. Signalisiert, dass er alles andere als nur ein attraktiver Kleinwagen für die Stadt sein will, sondern zugleich auch ein leistungsstarkes und komfortables Auto für längere Strecken. Und er erfüllt, was er verspricht. Denn bei den ersten Probekilometern konnte der neue C2 eine Menge Pluspunkte sammeln – für seine Optik, seine Technik, seine Ausstattung und seine Fahrleistungen. Und vor allen Dingen auch für seinen innovativen variablen Innenraum.

Hier setzt man beim Citroën C2 gezielt auf farbige Elemente in den Sitzbezügen in den Farben Bernstein, Blau, Grün oder Grau, die in Applikationen auf den Türverkleidungen aufgenommen werden. Und besonders originelle Farbakzente setzen die inneren Türgriffe und der Schaltknauf aus durchsichtigem farbigen Material. Einen beruhigenden Kontrast zu den farbigen Elementen bietet das einfarbige Instrumentenbrett. Und obwohl das aus Hartplastik besteht, wirkt es mit seinen unterschiedlichen Oberflächenstrukturen sehr sympathisch und auch solide.

Zweites wichtiges Element innen ist die neuartige Lösung für den Fond. Denn dort gibt es – ausgenommen das Basismodell X mit symmetrisch geteilter Rückbank – zwei unabhängig voneinander in der Länge verschiebbare Einzelsitze. Mit einem Knopfdruck lässt sich bei denen ein Mechanismus aktivieren, mit dem sich jeder der Sitze wie eine Brieftasche zusammenfalten und gegen die Rückenlehne des Vordersitzes schieben lässt. So lässt sich aus dem Viersitzer mit wenigen Handgriffen ein Dreisitzer oder auch Zweisitzer machen. Dabei wächst das Ladeabteil von 166 über 224 und 629 Liter auf bis zu maximal 879 Liter.

Zugänglich ist dieser Stauraum durch die Heckklappe, die ebenfalls eine Überraschung bietet. Denn sie ist zweigeteilt – in ein recht kompaktes Oberteil, durch das man auch dann noch gut in den Laderaum gelangt, wenn parkende Autos hinter dem Wagen nah aufgefahren sind, und ein ausklappbares Unterteil, das man mit 100 Kilo belasten darf. Deshalb kann man dort nicht nur schweres Ladegut abstellen, sondern sich ohne Bedenken auch auf die Klappe setzen. Und die Klappe selbst bietet eine weitere Überraschung. Denn in ihr gibt es noch einmal ein besonderes rund fünf Liter fassendes Staufach für kleinere Dinge. Nur vergesslich darf man nicht sein, denn sonst findet man die schwer wieder.

Die bequemsten Plätze im C2 sind die für Fahrer und Beifahrer. Wenn die ihren Spielraum maximal nutzen, dann wird es hinten allerdings ein wenig eng. Dank Sitzhöhenverstellung und Lenkradverstellung in zwei Ebenen findet man problemlos eine sichere und bequeme Position hinter dem griffigen Dreispeichen-Lenkrad. Nicht gefallen hat uns allerdings, dass die Lehnenverstellung nur in Stufen möglich ist – ein Handrad zu stufenlosen Verstellung wäre wohl besser als der eigenwillige kleine Hebel. Obwohl man etwas höher sitzt, gibt es in dem 1,46 Meter hohen C2 ausreichend Kopffreiheit. Und auch der Seitenhalt ist ordentlich. Und den braucht man schließlich, wenn man dieses Auto flott durch enge Kurven bewegt.

Das ist eine Übung, die dem kleinen Dreitürer keinerlei Probleme bereitet. Denn sein Fahrwerk, das der Konstruktion des C3 mit Federbein-Vorderachse und Verbundlenker-Hinterachse entspricht, erlaubt es dem C2-Lenker, sein Fahrzeug auch bei zügiger Kurvenfahrt jederzeit sicher im Griff zu behalten. Für den erforderlichen flotten Vortrieb sorgt im vier Triebwerke bietenden Motorenprogramm vor allem der 1,6-Liter-Benziner mit Vierventiltechnik und 80 kW (109 PS). Mit 11,9 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 195 km/h macht er den kleinen C2 ausgesprochen agil. Und mit durchschnittlich 6,3 l/100 km ist dieses agile Triebwerk zugleich erfreulich sparsam.

Kombiniert ist dieser stärkste Benziner mit dem schon vom C3 bekannten automatisierten Schaltgetriebe SensoDrive. Das kann man jederzeit per Wipptasten an der Lenksäule oder mit dem Schalthebel sequenziell von Hand schalten. Man kann ihm aber auch komplett die Schaltarbeit überlassen. Wer diese Funktion bei permanent durchgetretenem Gaspedal nutzt, muss sich allerdings gefallen lassen, dass die Gangwechsel mit spürbaren Schaltrucken ablaufen. Schaltrucken, die man binnen kürzester Zeit zu vermeiden lernt, indem man im Schaltzeitpunkt den Fuß ganz kurz vom Gaspedal hebt. Das hat man schon nach wenigen Stunden Fahrt mit solchem Getriebe bestens im Griff. Und dann kann man auch genießen, dass das Duo Motor-SensoDrive im Automatikbetrieb besonders sparsam ist, weil es die Schaltzeitpunkte optimal wählt.

Auch 1,4-Liter mit SensoDrive

Verfügbar ist dieses Getriebe auch für den 1,4-Liter-Benziner mit 54 kW (73 PS), der den C2 damit 169 km/h und Tempo 100 binnen 15,4 Sekunden erreichen lässt – bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,0 l/100 km. Auf 6,2 l/100 km steigt der bei der Kombination des 1,4-Liters mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe, mit der man Tempo 100 allerdings binnen 13,6 Sekunden erreicht. Sehr viel sparsamer mit nur 4,2 l/100 km ist der einzige Diesel im Angebot, der 1.4 HDi mit 50 kW (68 PS), der bereits bei 1750/min sein höchstes Drehmoment von 150 Nm erreicht. Mit 14,8 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 166 km/h ist der Turbodiesel dem Benziner durchaus ebenbürtig. Und bei ersten Probekilometern gefiel er vor allem auch durch sein erfreulich niedriges Geräusch. Man muss nämlich schon genau hinhören, um den Diesel unter der Motorhaube zu erkennen. Und es macht immer wieder Spaß zu erleben, mit wie kräftigem Anzug dieser kultivierte Selbstzünder zu Werke geht.

Diesen Motor gibt es allerdings nur mit Fünfgang-Schaltgetriebe. Das gilt auch für das Einstiegsmodell mit 1,1-Liter mit 44 kW (60 PS), das binnen 16,1 Sekunden Tempo 100 und maximal 159 km/h erreichen und durchschnittlich 6,0l/100 km verbrauchen soll. Es stand für die ersten Probefahrten allerdings noch nicht bereit. Mit einem Preis von 9995 Euro erlaubt es in Deutschland den Einstieg in die C2-Familie unterhalb der 10 000-Euro-Marke. Und dabei ist die Basisversion C2 X schon recht komfortabel ausgestattet. Denn neben ABS mit EBV und Bremsassistent und einer elektrischen Servolenkung gibt es bereits Zentralverriegelung, Bordcomputer, Lenkradverstellung und vier Airbags. Zusätzlich elektrische Fensterheber, höhenverstellbaren Fahrersitz und die Einzelsitze hinten gibt es bei der SX-Ausstattung, die zwischen 12 200 (1.1) und 12 800 Euro (1.4 HDi) kostet.

Zwischen 12 700 Euro (1.1) und 14 900 Euro (1.4 HDi) kostet die VSX-Ausstattung. Sie hat auch elektrisch einstellbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer, ein RDS-Radio mit CD-Player und eine Klimaanlage. Und beim Top-Modell C2 VTD für 12 750 (1.4) und 14 250 Euro (1.6 16V) gehören zur Serienausstattung auch die Fahrdynamikregelung ESP, das automatisierte SensoDrive Schaltgetriebe, 15-Zoll-Stahlfelgen beim 1.4 und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen beim zehn Millimeter tiefer gelegten C2 VTR 1.6 16V mit Sportsitzen, Tempomat und verbreiterten Seitenschwellern.

Die Motoren des C2 erfüllen zur Markteinführung alle die Abgasnorm EU3/D4. Der Diesel wird übrigens nicht mit einem Partikelfilter ausgestattet, da man diesen Wert auch ohne ihn erreicht. Hier also verfolgt PSA Peugeot Citroën die selbe Strategie wie die deutschen Hersteller, die bei kleineren Dieseln, die EU4 ohne Partikelfilter erreichen, dieses allenfalls als Sonderausstattung gegen Aufpreis anbieten.

Schon in drei Wochen, beim Tag der offenen Tür der deutschen Citroën-Händler vom 19. bis 21. September, wird der C2 auf dem Markt eingeführt – und bei manchem Händler wird er bereits mit Beginn der IAA stehen. Ein gelungener Kompakter mit vielen neuen Ideen, die dem Ruf Citroëns als Avantgardemarke neuen Auftrieb geben und den Trend zu steigenden Verkaufszahlen bei der Marke mit dem Doppelwinkel noch einmal verstärken dürften

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