Schule : Partnerschaft zu Schulen in Namibia

Workshop bereitet Austauschprojekt vor

Maria Ugoljew

„Wir sind alle Bürger einer Welt. Also lasst uns gegenseitig besser kennenlernen!“ Mit diesen Worten beendete Stephan Groenewald vom namibischen Bildungsministerium den zweiwöchigen Lehrerworkshop in der Jugendkunstschule Atrium in Reinickendorf. Es war ein Workshop der besonderen Art. Denn er legte den Grundstein für ein Schüleraustauschprojekt zwischen Berliner und Windhoeker Schulen.

Ziel des Projekts ist, auf Augenhöhe miteinander und voneinander zu lernen. „Es geht nicht darum, dass die deutschen Schulen Spendenaktionen für die Namibier veranstalten. Die Schulen sollen sich als gleichberechtigt ansehen“, sagt Projektleiterin Luise Steinwachs vom Berliner Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum EPIZ. Insgesamt beteiligen sich derzeit neun deutsche und neun namibische Schulen daran. Neue Interessenten sind laut Steinwachs „jederzeit willkommen“ – Hauptsache sie bringen viel eigenes Engagement mit.

Die deutschen und namibischen Partnerschulen erstellten in Berlin ein Konzept für die Zusammenarbeit. Die Freie Waldorfschule Berlin-Südost aus Treptow und deren Pendant, die Waldorf School Windhoek, haben sich beispielsweise mit der gemeinsamen Fächerplanung beschäftigt. Außerdem gab es eine Befragung der Schüler, die ja am meisten von dem Projekt profitieren sollen, was sie sich eigentlich vorstellen. „Am liebsten würden sie die Jugendlichen aus Windhoek gleich persönlich kennenlernen“, sagt Silke Tessendorf vom Vorstand des Elternvereins. „Aber das wird nicht von heute auf morgen passieren. Das benötigt eine gute Vorbereitung.“

Um die Zeit zu überbrücken, hat das EPIZ eine Internetplattform zur Verfügung gestellt, die von allen Schulen genutzt werden kann. Hier können sich die Schüler schon einmal in der „virtuellen Welt“ kennenlernen. Die Kommunikation erfolgt auf Englisch und Deutsch. Das Internet ersetze das persönliche Treffen aber natürlich nicht, sagt Luise Steinwachs. „Dennoch, es hilft enorm bei den ersten Schritten.“ Maria Ugoljew

Am Austausch beteiligen wollen sich neben der Waldorfschule Berlin-Südost die Nikolaus-August-Otto-Schule, die Bettina-von-Arnim- und Carl-Zeiss-Gesamtschule, das Bertha-von-Suttner-, Händel- und Albert-Einstein-Gymnasium, die Jugendkunstschule Atrium sowie aus dem brandenburgischen Birkenwerder die Regine-Hildebrandt-Schule.

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