Schule : Pendelverkehr zur Schule

Arndt-Gymnasium derzeit an zwei Standorten Ihre Pause verbringen die Schüler im Bus

Patricia Hecht

Die Busfahrpläne füllen fast das ganze Schwarze Brett. Hier steht, wann welche Schüler des Dahlemer Arndt-Gymnasiums zum Unterricht in ihre Ersatzschule fahren müssen. Seit ein Teil des Gymnasiums seit den Sommerferien wegen Brandschutzbestimmungen durch die Bauaufsicht geschlossen wurde, gibt es im eigenen Haus nicht mehr genügend Platz für die rund 700 Schüler. Sieben Klassenräume fehlen, rund ein Drittel der Schülerschaft lernt in einer etwa vier Kilometer entfernten ehemaligen Realschule.

Da viele Fächer wie Musik, Biologie oder Chemie in Fachräumen unterrichtet werden, können die Klassen jedoch nicht vollständig ausgelagert werden: Die Schüler müssen einmal täglich mit einem eigens dafür eingerichteten Bus-Shuttle von einer in die andere Schule fahren. „Der Unterricht ist unter solchen Bedingungen kaum planbar“, sagt der stellvertretende Schulleiter Tilmann Kötterheinrich-Wedekind. Der Schultag verlängert sich, Aufsichten sind an zwei Standorten nötig, Schüler kommen zu spät zum Unterricht. „Die Pause wird vershuttlet“, sagt etwa die Neuntklässlerin Luise Becker. „Wir verlieren fast eine Schulstunde pro Woche“, sagt Deutsch- und Geschichtslehrer Wolfgang Haase.

2011 sollen nach Angaben der Schulstadträtin von Steglitz-Zehlendorf, Anke Otto (Grüne), weitere Klassenräume und eine Mensa für rund 3,5 Millionen Euro gebaut werden. Das war schon vor der teilweisen Schließung des Gymnasiums geplant. Wie genau das Gelände gestaltet wird, ist jedoch derzeit noch unklar – ebenso, wie der Schulalltag bis zur Fertigstellung der Gebäude organisiert werden soll. Zudem gibt es in wenigen Monaten ein weiteres Problem: Ab März soll in die Ersatzschule auch noch eine Grundschule vorübergehend mit einziehen.

Kollegium, Schüler und Eltern sind sich weitgehend einig: „Die Situation ist unhaltbar“, sagt die Vorsitzende der Gesamtelternvertretung der Schule, Kerstin Rathsack. Der Bezirk hingegen ist unentschlossen: „Aus unserer Sicht wäre es grundsätzlich möglich, den Shuttle-Betrieb aufrecht zu erhalten“, sagt Anke Otto. „Wir prüfen momentan, welche provisorische Möglichkeit im Hinblick sowohl auf organisatorische Belange der Schule als auch auf finanzielle Aspekte die passabelste ist.“ Container, so die allgemeine Einschätzung, wären wohl deutlich teurer als der Shuttle.

Auch andere Schulen haben Probleme mit Umbauten: An der Max-Planck- Schule in Mitte sollte die marode Heizungsanlage saniert werden – nun reichen die Gelder aus dem Konjunkturpaket II nicht. Auch der Bau der Mensa der Lily-Braun-Oberschule in Spandau wird weitaus länger dauern als geplant.

Im Arndt-Gymnasium stellen sich am Donnerstag Vertreter des Bezirks den Fragen der Eltern. An diesem Abend sollen Schulstadträtin Otto auch 700 gesammelte Unterschriften übergeben werden: Für ein Provisorium mit Containern. pth

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