Privatschulen : Schützenhilfe für freie Schulen

Wie vergraule ich bürgerliche Eltern und treibe sie in die Arme der privaten Schulen? Wer in dieser Frage dringenden Beratungsbedarf hat, kann sich zurzeit in etlichen Bereichen des Berliner Schulwesens mit Erfolg umsehen.

Privatschulen
Privatschulen sind gefragt. Auch wenn die Ausbildung oft teuer ist.Foto: ddp

Paradebeispiele ist das Geschehen in Prenzlauer Berg, wo, wie berichtet, rund 100 Kinder aus den Schulen in ihrer Wohnumgebung vertrieben werden sollen, weil das Bezirksamt die Einzugsbereiche falsch zugeschnitten und den Bedarf zu spät erkannt hat. Damit aber nicht genug: Jetzt sollen auch noch die schönen Schülerläden in dieser Region dicht gemacht werden, weil der Senat glaubt, durch noch mehr staatliche Horte sparen zu können. Kein Wunder, dass in den bürgerlichen Gegenden eine freie Schule nach der anderen aus dem Boden schießt: Die haben wenigsten keine „Monsterhorte“ mit 300 Kindern.

Eltern sind unzufrieden

Es gibt aber noch weit mehr Gründe für elterlichen Verdruss. So muss die Zehlendorfer Grundschule am Rohrgarten seit letztem Herbst auf Horterzieherinnen verzichten, die ihr zustehen. Erst wurde zögerlich mit Überhangkräften aus dem stillgelegten Jugendaufbauwerk eine Lücke gefüllt, dann vergingen weitere Monate, ohne dass die ebenfalls freie Stelle der Integrationserzieherin besetzt wurde. Da half es auch nicht weiter, dass die Eltern Briefe an den Schulsenator schrieben. Was ihnen bleibt, ist das flaue Gefühl, einem schier undurchdringlichen Gestrüpp von Kompetenzen, Sparzwängen und falschen Versprechungen gegenüberzustehen und letztlich ausgeliefert zu sein. Selbst wenn die Stelle jetzt – endlich – besetzt werden sollte.

Nun hat die Schulbehörde eine gute Gelegenheit, neues Vertrauen zu schaffen: Das nächste Schuljahr steht vor der Tür, und schon zeichnet sich ab, dass Lehrer fehlen. Allein der Personalrat von Tempelhof-Schöneberg zählt mindestens 30 Stellen auf, die unbesetzt sind. Dutzende weitere könnten hinzukommen, falls Fristverträge nicht verlängert werden. Eile ist geboten, denn eine Vertretungsreserve gibt es ja nicht mehr. Falls der Schulstart so holprig ausfällt wie in der Vergangenheit, wäre auf jeden Fall für eines gesorgt: für neue Elterninitiativen an freien Schulen. Von Susanne Vieth-Entus

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