Protest gegen Senatspläne : Berliner Schulleiter fordern Altersermäßigung

Gleich vier Verbände von Berliner Schulleiter protestieren gegen die Pläne des Senats, wonach Schulleiter künftig keine Altersermäßigung bekommen sollen. Auch Stellvertreter und andere Funktionsträger werden benachteiligt.

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Ausgerechnet. Für Schulleiter soll es keine Altersermäßigung geben. Foto: IMAGO
Ausgerechnet. Für Schulleiter soll es keine Altersermäßigung geben.Foto: IMAGO

Selten waren sich Berlins Schulleiter so einig: Gleich vier Verbände protestieren in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Pläne der Senatsbildungsverwaltung, Schulleitern anders als Lehrern keine Altersermäßigung zu gewähren und auch andere Funktionsträger, wie beispielsweise stellvertretende Rektoren oder Fachseminarleiter, unter Umständen von der Altersermäßigung auszuschließen.

„Die Entscheidung wird als mangelnde Wertschätzung der Arbeit dieses Personenkreises empfunden“, heißt es in der Erklärung. Der Vorsitzende der Vereinigung der Oberstudiendirektoren (VOB), Ralf Treptow spricht sogar von einem „offenen Affront gegen Berlins Schulleiterinnen und Schulleiter“. Die Erklärung wurde außer vom VOB von der Schulleitervereinigung der GEW (VBS), dem Interessenverband Berliner Schulleitungen (IBS) und der Vereinigung der Leitungen der berufsbildenden Schulen (BBB) unterzeichnet.

Es sei Alltag, dass Schulleiter 60 Stunden und mehr pro Woche arbeiten, schreiben die Schulleiter. In den letzten Jahren seien stetig weitere Aufgaben hinzugekommen, wie etwa mehr Arbeit im Personalmanagement oder bei der Evaluation der Schulleistungen, sagte die VBS-Vorsitzende Gunilla Neukirchen. Eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung, die derzeit zehn Stunden pro Woche beträgt, sei der einzige Weg, eine Entlastung herbeizuführen. Besonders ungerecht sei es zudem, wenn Lehrer, die Zusatzaufgaben wie etwa die Entwicklung von Prüfungsaufgaben oder Referendarausbildung übernehmen, bei der Altersermäßigung benachteiligt werden, weil sie durch die Reduzierung der Pflichtstunden unter die Grenze von fünfzig Prozent rutschen, ab der es eine Altersermäßigung gibt.

Von der Senatsbildungsverwaltung gebe es derzeit keine Signale des Entgegenkommens, sagte Neukirchen dem Tagessspiegel. Am Montag war sie mit Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Staatssekretär Mark Rackles (beide SPD) zusammengetroffen. Als „enttäuschend und erwartbar“ beschrieb Neukirchen das Gespräch. Hinsichtlich einer Altersermäßigung für die Schulleiter sei die Senatorin ablehnend gewesen, lediglich bei der Frage nach den Funktionsträgern werde möglicherweise eine günstigere Berechnungsmethode geprüft.

Die Bildungsverwaltung argumentiere stets, dass die Altersermäßigung auch früher, als es sie in Berlin bis 2002 gab, nicht für Schulleiter galt, berichtet Ralf Treptow. „Das war ein typischer Berliner Einzelweg und damals schon falsch“, sagt er. In anderen Bundesländern sei die Altersermäßigung für Schulleiter selbstverständlich. In der Erklärung der Verbände werden Beispiele aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg angeführt.

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