Robocup Junior : Tanzen wie die Roboter – am Wochenende in der Urania

Tempelhofer Schülinnen bringen ihre selbstgebastelten Roboter zum Tanzen. Am Wochenende treten sie damit beim Robo-Cup an.

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Die tanzenden Roboter der Schülerinnen von der Maria-Montessori-Grundschule in Tempelhof sind selbst gebastelt.
Die tanzenden Roboter der Schülerinnen von der Maria-Montessori-Grundschule in Tempelhof sind selbst gebastelt.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Alle Akkus sind geladen, auch die Pirouetten stimmen, aber Marli, der Roboter mit Ziegenkopf, tanzt noch nicht synchron. Wenige Tage vor dem Qualifikationsturnier des Robo-Cup Junior in Berlin, bei dem Schüler ihre selbst gebastelten Roboter antreten lassen, tüfteln die Mädchen der Roberta-AG der Maria-Montessori-Grundschule in Tempelhof, wie sie ihre tanzenden Roboter in eine Reihe bekommen. Alle Roboter sind auf dieselbe Bewegungsabfolge programmiert, reagieren wegen ihres Gewichts aber unterschiedlich. Sollen die Mädchen nun zum Ausgleich den Robotern mit Lichtsensoren durch schwarze Karten auf dem Boden ein Stoppsignal setzen oder sie durch Klatschen in die richtige Richtung dirigieren? „Wir probieren das mal aus“, sagt eine Zehnjährige, kniet sich auf den Boden und tauscht ein Kabel zu Marlis Motor aus.

Die Mädchen von der Maria-Montessori-Grundschule nehmen dieses Jahr zum ersten Mal am RoboCup teil. Ihr „Crazy-Roberta-Team“ ist eines von drei reinen Mädchenteams und davon das jüngste. Insgesamt treten deutschlandweit 67 Schülerteams mit ihren Robotern in den Disziplinen Fußball, Tanz und Rettungsaktion an.

Die Roberta-AG der Maria-Montessori-Grundschule hat ihre Roboter schon zählen und „Alle meine Entchen“ singen lassen. Seit November haben sich die Mädchen für den Robo-Cup eine Choreografie für ihre Roboter überlegt und tanzen selbst gleich mit.

Immer noch hätten Mädchen von zu Hause aus weniger Erfahrung mit technischem Spielzeug als Jungs, meint Sonja Pleuger, die die AG seit 2008 leitet. In der Roberta-AG sollen die Mädchen die Angst ablegen, etwas nicht zu können oder etwas kaputt zu machen. „Das ist eine blöde Frage“, würden Jungs in gemischten Robotergruppen öfter sagen, wenn ein Mädchen eine technische Frage stellt, auch wenn sie selbst die Antwort nicht wüssten.

„Weil es nur für Mädchen ist und weil man hier richtige Roboter bauen und dressieren kann“, begründet Angelique, warum sie sich für die Roberta-AG angemeldet hat. Katharina Ludwig

Der Robo-Cup Junior findet am Sonnabend, 2.3., von 9 bis 17 Uhr, und am Sonntag, 3.3., von 9 bis 15 Uhr in der Urania statt (An der Urania 17, Schöneberg). Eintritt frei. www.hands-on-technology.de/robocup.

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