Schule : Rover eignet sich nicht für Oldtimer-Fans Dudenhöffer erwartet drastischen Preisverfall

Ingo Wolff

Nein, einen Rover würde er sich jetzt nicht mehr zulegen. Ferdinand Dudenhöffer muss nicht lange überlegen, ob er sich eines der britischen Autos, die künftig nicht mehr gebaut werden, als Sammlerstück kaufen würde. Die Massenserien 200 und 400 bekämen sicher keinen Sammlerwert, so der Autoexperte und Marktforscher. „MG ist dafür eher die richtige Wahl“, sagt Dudenhöffer. Anders als Rover haben die Modelle von MG immer schon einen hohen Wiederverkaufswert gehabt. „Vielleicht lohnt sich auch ein Rover 75. “ Der wurde nur in kleiner Stückzahl hergestellt und ähnelt in der Qualität am ehesten einem BMW. „Außerdem brauche ich ein Auto das immer fährt, und für das ich auch immer den vollen Service bekomme“, sagt der Autoprofessor. Das sei aber trotz aller Ankündigungen von Rover ungewiss.

Ohnehin glaubt Dudenhöffer, dass die Preise für Rover in den Keller gehen werden. „Ich erwarte Abschläge bis zu 25 Prozent.“ Da Kunden eine Garantie allenfalls vom Händler und nicht mehr vom Hersteller bekommen werden, seien die Autos für die meisten Fahrer nicht mehr interessant. Doch auch die Händlergarantie dürfte mit der Zeit schwierig werden, weil sich alle 180 Vertragspartner auf andere Marken konzentrieren werden. Ersatzteile gibt es nach Auskunft von Rover zwar noch bis 2015 über die Zulieferfirma Caterpillar, denen dieser Service schon vor einem Jahr verkauft wurde, doch auch der Logistikkonzern werde nur so lange liefern, „wie Caterpillar daran Geld verdient“, vermutet Dudenhöffer. Die Preise für Ersatzteile würden bestimmt mit der Zeit steigen.

Der Vorsitzende des MG Rover-Händlerverbandes Lothar Schnabel sieht dagegen weder ein Problem bei den Garantien noch bei den Ersatzteilen. „Ich würde keinem Kunden von einem Kauf abraten. Im Moment bekommt man einen Rover sogar relativ günstig.“ Auch er erwartet demnächst Preisnachlässe. „Die Garantie ist doch über Rückversicherer gesichert.“ Einen genaues Programm will Rover aber erst in der kommenden Woche veröffentlichen, sagt Firmensprecherin Barbara Schürmann-Arends. Im Gebrauchtwagenmarkt sein dagegen kein weiterer Preisdruck erkennbar, sagt Schnabel. „Die Preise sind schon reduziert. Das ist doch nur das Ende einer lang anhaltenden Entwicklung.“

Nach Auskunft von Rover Deutschland, die seit Mittwoch wie der britische Mutterkonzern ebenfalls unter der Verwaltung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) stehen, würden bei den Händlern nur noch Wagen für knapp einen Monat stehen. Wenn die Verkaufszahlen weitgehend so bleiben wie bisher, doch die sind bei Rover schon in den vorigen Monaten nicht gut gewesen. Dennoch gibt es weiterhin Kunden, die einen Rover kaufen wollen, sagt eine Sprecherin des Händlerverbandes. Einige wüssten noch nicht um die Situation bei Rover, die anderen würde die Unsicherheit nicht stören.

Lothar Schnabel hat in seinem Laden übrigens einen MG von 1962. „Der ist jetzt langsam ein Oldtimer.“ Aber selbst für den bekomme er noch immer alle Originalteile. „Und das teilweise billiger als für die neuen Modelle.“

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