Schule : Rund gemacht

Toyota hat den Yaris neu gestylt und viel Sicherheits-Technik hineingepackt

Ingo von Dahlern

In vier Wochen geht er bei uns an den Start – der Toyota Yaris der zweiten Generation. Bei Toyota ist man sicher, dass er den Erfolgskurs des seit 1999 bereits 1,2 Millionen Mal gebauten ersten Yaris fortsetzen wird. Allein in Deutschland, wo das bisherige Modell immerhin 140 000 Käufer fand, will man bereits im nächsten Jahr 30 000 Exemplare auf die Straße bringen. Ein sehr ehrgeiziges Ziel – angesichts der großen Konkurrenz im so genannten B-Segment, zu der neben dem VW Polo, dem Ford Fiesta, dem Opel Corsa, dem Peugeot 206, dem Renault Clio und dem Fiat Grande Punto auch japanische Konkurrenten wie der Mitsubishi Colt oder der Suzuki Swift gehören.

Doch nach der ersten Begegnung mit dem neuen Yaris scheint es erreichbar. Denn Toyota hat zu den bekannten Pluspunkten des kompakten Drei- und Fünftürers bei Design, Technik, Ausstattung und Fahrverhalten noch einige addiert, die das Modell interessant machen. Das gilt zunächst für die Optik des Kleinwagens. Denn mit seiner auffälligen, markentypischen Front, der dynamischen Silhouette und dem attraktiven Heck gefällt dieses Auto auf den ersten Blick. Verantwortlich für die sehr europäische Linie ist wiederum Toyotas europäisches Designstudio im Hinterland von Nizza. Auch das Interieur sieht gut aus, Werkstoffe und Oberflächen fassen sich gut an, mehr noch: Mit so einer sauberen Verarbeitung befriedigt der Yaris Qualitätsansprüche, wie sie in der Kleinwagenklasse bislang noch nicht überall gelten.

Spürbar gewachsen ist das Raumangebot. Schließlich hat die Neuauflage des Yaris in der Länge um 110 mm auf nun 3,75 Meter, in der Breite um 35 mm auf knapp 1,70 Meter und in der Höhe um 30 mm auf nun 1,53 Meter zugelegt. Die Frontscheibe rückte um 12 Zentimeter nach vorne, der Radstand wuchs um 90 Millimeter auf 2,46 Meter. Damit liegt der Wagen dank gleichzeitig verbreiterter Spur satter auf der Straße.

Das alles bedeutet mehr Fahrkomfort. Fahrer, Beifahrer und Passagiere im Fond haben mehr Platz, größere Kopffreiheit; der Gepäckraum fasst minimal 272 Liter Gepäckraum, die sich auf maximal 1183 Liter erweitern lassen. Das liegt zum einen an den um 15 cm längs verschiebbaren Yaris-Rücksitzen, deren Lehnen in der Neigung verstellbar sind. Vor allem aber zahlt sich das bereits im Corolla Verso bewährte Easy-Flat-Konzept aus: Für das Umlegen und Versenken der asymmetrisch geteilten Rückbank genügen wenige schnelle Handgriffe, um eine ebene Ladefläche zu erhalten. So zeigt das kompakte Auto echte Minivan-Qualitäten, wohl einer der Gründe dafür, dass Toyota wahrscheinlich keine spezielle Verso-Variante des Yaris mehr bringen wird.

Typisch für den Yaris ist seine für die Kleinwagenklasse besonders komplette Sicherheitsausstattung. Und die wurde noch umfangreicher. Denn neben Front-, Seiten- und Fenster-Airbags hat er nun auch Kniebags für den Fahrer. Alle Sitze haben verstellbare Kopfstützen und Dreipunkt-Automatikgurte; der Schleudertrauma-Schutz wurde optimiert. Bereits das Basismodell hat ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent. Von der nächst höheren Ausstattungsstufe Luna an gibt es die Fahrdynamikregelung VSC mit Traktionskontrolle TSC und vier Scheibenbremsen.

Drei Motoren stehen zur Wahl. Neu ist der bereits im Aygo eingesetzte 1,0-Liter-Dreizylinder mit 70 PS, der mit durchschnittlich 5,4 Liter Super/100 km recht sparsam ist. Aber der Drehzylinder will für eine etwas zügigere Gangart auch flott gedreht und geschaltet werden. Dann erreicht der bis zu 155 km schnelle Yaris 1.0 binnen 15,4 Sekunden Tempo 100.

Der sehr viel sympathischere, souveränere und kultiviertere Benziner ist der bewährte und überarbeitete 1,3-Liter mit 87 PS. Er macht den Yaris mit 11,5 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 170 km/h sehr viel temperamentvoller und mit 6,0 Liter/100 kaum durstiger.

Mit 4,5 Liter/100 km sparsamster und trotzdem flinkster Yaris ist der ebenfalls optimierte Turbodiesel 1,4 D-4D mit 87 PS, der den Benzinern mit 10,7 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 175 km/h wegfährt. Ihn gibt es ebenso wie den größeren Benziner statt des serienmäßigen Fünfgang-Schaltgetriebes mit dessen automatisierter Variante „MultiMode“. Die empfiehlt sich mit ihrer Automatik-Funktion insbesondere für den dichten Stadtverkehr, erlaubt aber denen, die lieber selber schalten, die individuelle Gangwahl.

Bei 10 950 Euro (und damit 500 Euro über dem bisherigen Einstiegspreis) beginnt die Yaris-Preisliste für das Basismodell 1.0, bei dem allerdings auch elektrisch einstellbare Außenspiegel und eine Audio-Anlage mit CD-Player Serie sind. Auf 15-Zoll-Rädern steht der Yaris ab Ausstattung Luna, die als 1,3-Liter ab 13 050 Euro und als Turbodiesel ab 14 450 Euro verfügbar ist. Fünf Türen und das MultiMode-Getriebe kosten je 700 Euro mehr.

Die Preisliste reicht bis zum Spitzenmodell Executive als Diesel mit MultiMode-Getriebe, 15-Zoll-Leichtmetallrädern, Smart-Key-Zugangssystem und Klimaautomatik. Preis: 17 950 Euro – was zeigt, dass sich Toyota die hohe Qualität und Zuverlässigkeit seiner Fahrzeuge auch ordentlich bezahlen lässt.

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