Schule : Scheinwerfer blicken künftig um die Ecke

Neuer Audi A8 mit Abbiegelicht und Mercedes-Versuche mit aktivem Kurvenlicht

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Noch leuchten sie strikt geradeaus – die Scheinwerfer unserer Autos. Versuche, wie sie Citroën schon vor Jahrzehnten mit beweglichen Scheinwerfern beim futuristischen DS machte, die in die Kurven leuchteten, sind längst Geschichte. Doch solche Versuche, bei nächtlicher Fahrt besser in Kurven zu blicken, sind nicht vergessen worden und Systeme, die das erlauben, heute wieder höchst aktuell und zum Teil bereits kurz vor der Serienreife. Einen ersten Schritt auf dem Weg, bei Kurvenfahrt bisher schwer einsehbare Bereiche besser auszuleuchtenn, macht Audi bei der neuen Generation des A8, die mit einem zusammen mit Hella entwickelten Abbiegelicht ausgestattet wird. Dieses Abbiegelicht wird dem normalen Abblendlicht zugeschaltet, wenn der Fahrer den Blinker zum Abiegen betätigt oder enge Kurven durchfährt. Dabei wird beim Rechtsabbiegen im rechten, beim Linksabbiegen im linken Scheinwerfer ein Zusatzlicht aktiviert, das Straßenbereiche ausleuchtet, die bisher im Dunkeln bleiben.

Einen Schritt weiter als Audi mit dem Abbiegelicht geht Mercedes-Benz mit seinem aktiven Kurvenlicht, das ebenfalls zusammen mit Hella entwickelt wird und schon im nächsten Jahr serienreif sein soll. Beim aktiven Kurvenlicht folgen die Scheinwerfer den Lenkbewegungen das Fahrzeuglenkers und schwenken sekundenschnell zur Seite, wenn das Auto eine Kurve ansteuert. Diese Technik verbessert die Kurvenausleuchtung um bis zu 90 Prozent. Denn während das Abblendlicht bei der Einfahrt in eine Kurve mit einem Radius von 190 Meter bislang einen Bereich von rund 30 Meter ausleuchtet, vergrößert der sich dank des aktiven Kurvenlichts auf bis zu 55 Meter. Und weil die Lichtverteilung dem jeweiligen Lenkwinkel entspricht, erkennt der Autofahrer sehr viel besser den Kurvenverlauf und kann seine Fahrweise entsprechend anpassen.

Bei Mercedes-Benz gibt man dem dynamischen Kurvenlicht den Vorzug vor einem zuschaltbaren Abbiegelicht, da die dynamische Lösung auch bei Landstraßenfahrt und in langgezogenen Kurven zusätzliche Sicherheit bietet. Das aktive Kurvenlicht basiert auf Bi-Xenon-Scheinwerfern und funktioniert sowohl beim Abblend- als auch beim Fernlicht. Gesteuert werden die mit einem zusätzlichen Antrieb für horizontale Schwenkbewegungen ausgestatteten Scheinwerfer mit Hilfe von Daten, die ein Lenkwinkel- und ein Geschwindigkeitssensor liefern. Die Systeme von Audi und Mercedes-Benz sind erste Schritte auf dem Weg zu Scheinwerfern mit neuen Lichtfunktionen, die sich der jeweiligen Fahrsituation anpassen. ivd

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