Schülerrückgang : Schulen gehen, entstehen oder fusionieren

Das Schulsterben ist noch nicht zu Ende. Während früher vor allem Grundschulen schließen mussten, sind es jetzt eher Oberschulen, denn der Geburtenrückgang ist inzwischen "durchgewachsen".

Zu diesen Ferien läuft die Zehlendorfer Leistikow-Hauptschule aus, das Gymnasium am Elsengrund und die Heiligenseer Albrecht-Haushofer-Haupt-/Realschule sowie die Weddinger Jean-Paul-Schule, eine Grundschule für Lernbehinderte. In Hohenschönhausen fusionieren Fritz-Reuter- und Oskar-Schindler-Gesamtschule. Keine neuen siebten Klassen machen die Friedrich-Ludwig-Jahn-Hauptschule in Kreuzberg sowie die Berolina-Haupt-/Realschule in Mitte auf – der Anfang vom Ende.

Umstritten war die Fusion von Georg-Forster- und Immanuel-Kant-Gymnasium in Lichtenberg: Hier wollte der Bezirk eigentlich das Coppi-Gymnasium mit dem Kant-Gymnasium an dessen Standort in Rummelsburg fusionieren, was das „Coppi“ per Bürgerentscheid verhinderte. „Forster“-Direktor Volkmar Knop bedauert die Entwicklung, aber er sagt auch, dass sich beide Schulen inzwischen gut auf den Weg gemacht hätten. Der Umzug in die Kant-Schule erfolgt erst Anfang 2010, aber die Fusion findet schon jetzt statt: Knop bleibt Direktor, seine Kollegin von der Kant-Schule leitet künftig die Deutsche Schule in Moskau.

Von unten wachsen inzwischen wieder Schüler nach: Das geburtenreiche Pankow eröffnet zwei öffentliche Grundschulen, in Köpenick gründet die Märkische Kita und Schule gGmbH eine freie Schule. Weitere Neugründungen wurden bereits bei der Bildungsverwaltung beantragt. Zudem will das Bezirksamt Kreuzberg-Friedrichshain heute – nach zweimaliger Vertagung – über die künftige Nutzung eines ehemaligen Schulgebäudes in der Bergmannstraße entscheiden. Dazu gibt es eine Vorlage, die eine Zweckbindung als „öffentliche Grundschulnutzung in freier Trägerschaft“ vorsieht. Eine Bewerberin steht schon fest: die Initiative für eine evangelische Grundschule. sve

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