Schule : Schule bis zum Nachmittag, aber keine neue Mensa in Sicht

Susanne Vieth-Entus

Realschulen und Gymnasien, die wegen des verkürzten Abiturs zunehmend in den Nachmittag hinein unterrichten müssen, haben wenig Chancen, Geld für Mensen zu bekommen. Die Bundesmittel aus dem Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) seien bereits vollständig für die Grund- und Gesamtschulen verplant, berichtet Kenneth Frisse, Sprecher der Bildungsverwaltung.

Im Rahmen des Bundesprogramms waren seit 2003 etwa 147 Millionen Euro an das Land geflossen – bundesweit rund vier Milliarden Euro. Die Mittel mussten jeweils durch einen mindestens zehnprozentigen Eigenanteil der Kommunen aufgestockt werden, wodurch in Berlin nochmals 16,4 Millionen Euro hinzukamen.

Berlin hat nach Angaben der Bildungsverwaltung inzwischen 364 Bauvorhaben mit dem Geld finanziert. 93 Prozent der Mittel wurden in Grundschulen investiert, der Rest in die wenigen Gesamtschulen, die noch keine ausreichenden Räumlichkeiten für den Ganztagsbetrieb hatten, darunter die Hector-Peterson- und die Martin-Buber-Schule.

Frisse betont, dass das IZBB-Geld nicht einfach für Mensen ausgegeben werden dürfe, sondern ausdrücklich nur für Gesamtpakete, die auf eine ganztägige Betreuung hinauslaufen. Eine Schule, die manchmal bis in den Nachmittag Unterricht anbiete, sei eben noch keine Ganztagsschule. Dazu gehörten auch noch andere Betreuungsangebote.

Wenn demnächst das Zehlendorfer Werner-von-Siemens-Gymnasium seinen Schülern ein Mittagessen anbieten kann, liegt das somit nicht daran, dass IZBB-Mittel fließen, betont Frisse. Vielmehr profitiert das Gymnasium nur davon, dass die benachbarte Tews-Grundschule jetzt aus IZBB-Mitteln eine Mensa erhält und dort auch die Siemens-Gymnasiasten essen dürfen.

Die Gymnasien und auch die Realschulen suchen unterdessen weiter nach Möglichkeiten, Essen anzubieten. Im Gegensatz zu den Ostbezirken gibt es in den Westbezirken kaum Schulkantinen. Meist behelfen sich die Schulen mit kleinen Räumen, in denen sie belegte Brötchen verkaufen.Susanne Vieth-Entus

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