Schule - Kurz vor ACHT : Von Wettbewerb zu Wettbewerb

Berlins Schulen können sich ja über vieles beklagen, nicht aber über einen Mangel an Wettbewerben. Alles, was gerade so politisch im Schwange ist, wird da von guten Menschen in Verbänden, Stiftungen und Verwaltungen in die Form eines Wettbewerbs gegossen – von der Aufarbeitung der DDR-Geschichte bis hin zur Gewaltprävention. Der neueste Einfall betrifft den Klimaschutz. Diesmal haben sich die Umwelt- und Bildungsverwaltung zusammengetan, um gemeinsam auf die besten Vorschläge der von Horrorszenarien zur Erderwärmung sensibilisierten Schüler zu warten.

Nur schade, dass es zumindest in der Zehlendorfer Nord-Grundschule einige Schüler gibt, die genau wissen, wie weit Theorie und Praxis, besser gesagt: Wettbewerb und Verwaltungshandeln, auseinanderklaffen. Diese Schüler hatten nämlich versucht, „in echt“ Energie zu sparen und dem Klimaschutz zu dienen. Sie hatten herausgefunden, dass an ihrer Schule jede Menge Energie verschwendet wird und auch Vorschläge unterbreitet, wie dem beizukommen wäre. Dazu hätte es allerdings einiger Investitionen bedurft. Kurz gesagt: Es gab einen kleinen Briefwechsel zwischen Bezirksamt und Schülern und dann wurde die Sache mit Hinweis auf die fehlenden Finanzmittel höflich beerdigt.

Es ist nicht schwierig sich auszumalen, was die Nord-Grundschüler und ihre Lehrer sagen, wenn sie von dem neuesten Klimaschutz-Wettbewerb erfahren. Möglich, dass sie mit den Schultern zucken und den Wettbewerb gedanklich in die Tonne treten. Möglich aber auch, dass sie es nochmal versuchen. Schließlich haben sie für ihr Energie-Engagement kürzlich den zweiten Preis beim Förderpreis „Praktisches Lernen“ gewonnen und nicht nur 400 Euro bekommen, sondern auch ein Lob vom Regierenden Bürgermeister. War zwar auch nur ein Wettbewerb. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem. sve

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