Schule : Landeselternausschuss will mehr Musik- statt Ethikstunden

Im Streit um den Stellenwert des Musikunterrichts in der Sekundarstufe I hat der Vorsitzende des Landeselternausschusses, André Schindler, vorgeschlagen, zugunsten von Musikstunden den Ethikunterricht zu reduzieren.

Als Naturwissenschaftler halte er es für „nicht so dramatisch, wenn mal eine Musikstunde ausfällt“, sagte der Bauingenieur und Dozent für Bauphysik am Donnerstag. Dennoch hätten Musik und Kunst einen hohen Stellenwert. Er riet, an anderer Stelle zu sparen: „Ich weiß nicht, ob man wirklich zwei Wochenstunden Ethik benötigt.“ Mit diesem Vorstoß dürfte Schindler nicht nur seinen Stellvertreter René Faccin überrascht haben, der tags zuvor noch dafür plädiert hatte, dass „einzelne Fächer nicht gegeneinander ausgespielt werden“.

Auch die Bildungsverwaltung reagierte mit Unverständnis auf den Vorschlag. Den Ethikunterricht auf eine Wochenstunde herunterzufahren sei „pädagogisch erwiesenermaßen nicht sinnvoll“, sagte Jens Stiller, Sprecher von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD). Zudem wundere ihn die aktuelle Debatte. Schließlich würde überhaupt kein Unterricht gestrichen. Die Schulen könnten lediglich freier über ihre Stundenpläne entscheiden. So seien etwa die Musikschulen sehr bei der Gestaltung des Nachmittagsunterrichts in Form von Chören, Big Bands und anderen Projekten gefordert. Dieser praktische Ansatz gefällt denn auch Landeselternvertreter André Schindler: „So kann man das pädagogisch Sinnvolle an Musik nutzen, ohne durch die ganze Musikgeschichte wandern zu müssen.“ sny

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