Schule : Weniger Bürokratie für Lehrer

Der Berliner Bildungssenator Zöllner will Lehrer von zahlreichen bürokratischen Aufgaben entlasten. Ab kommenden Schuljahr sollen sie weniger Zeit in Berichte und Konferenzen investieren müssen.

BerlinDie Berliner Lehrer sollen im kommenden Schuljahr von bürokratischen Aufgaben entlastet werden. Ein entsprechendes Sofortprogramm auf Grundlage der Ergebnisse einer Anfang des Jahres eingesetzten Projektgruppe "Entbürokratisierung" stellte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) in Berlin vor.

Künftig sollen die Lehrer deutlich weniger Berichte, zum Beispiel über Klassenfahrten, liefern. Vergleichsarbeiten in der vierten Klasse fallen weg. Es soll einheitliche Zeugnisformulare geben, auch Protokolle und Gutachten werden vereinfacht. Für das Schuljahr 2007/08 ist die Umsetzung von 18 der insgesamt 37 vorgeschlagenen Maßnahmen vorgesehen. Die restlichen sollen von einer verwaltungsinternen Projektgruppe geprüft und bewertet werden.

Bei schwächeren Leistungen oder drohender Nichtversetzung soll der betreuende Lehrer eigenverantwortlich mit den Schülern und Eltern individuelle Fördermaßnahmen festlegen können. Hierdurch entfielen zeitraubende Klassenkonferenzen und schriftliche Dokumentationen, führte Zöllner an.

Reform soll 30 Stunden Arbeitszeit einsparen

Zöllner sagte, er freue sich, dass die Schulen neben einer besseren Ausstattung mit deutlichen Entlastungen ins kommende Schuljahr geschickt werden. Die Deregulierungsvorschläge der Projektgruppe hätten gezeigt, dass Lehrer viel Zeit mit Aufgaben verbringen müssen, die keinen Beitrag zu einer besseren Schule leisten. Eine Umsetzung der gesamten Vorschlagliste bringt nach Einschätzung des Senators eine Entlastung einer einzelnen Lehrkraft im Schnitt von 20 bis 30 Stunden pro Jahr. Dies entspreche rund zwei Prozent der jährlichen Arbeitszeit. (mit ddp)

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