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Schulstreik : Lehrer ziehen ins Streikcamp

14.05.2013 00:00 Uhrvon , Lena Appell
Gemeinsam gegen den Senat. Zum Auftakt ihrer „Streik- und Aktionswoche“ demonstrierten am Montag Lehrer von Ober- und Berufsschulen im neuen „Streikcamp“. Foto: Thilo RückeisBild vergrößern
Gemeinsam gegen den Senat. Zum Auftakt ihrer „Streik- und Aktionswoche“ demonstrierten am Montag Lehrer von Ober- und Berufsschulen im neuen „Streikcamp“. - Foto: Thilo Rückeis

Hunderte versammelten sich zum Start der Protestwoche auf dem Molkenmarkt. Besonders Schulen aus den Westbezirken machen mit.

Gleichberechtigung, Gleichberechtigung, Gleichberichtigung! Wer am Montagmorgen mit den Streikenden vor den Schulen und im „Streikcamp“ am Molkenmarkt spricht, der hört kaum etwas Anderes als eben diese eine Forderung der angestellten Lehrer, die nicht schlechter dastehen wollen als die verbeamteten Kollegen. Die Wut über die Weigerung des Senats, entsprechende Tarifverhandlungen zu führen, hat rund 600 Lehrer auf die Straße getrieben, die gegen Mittag im Sonnenschein die Senatsverwaltungen für Finanzen und Inneres umrunden.

Es ist Tag Eins der von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) initiierten „Streik- und Aktionswoche“.

Zum Auftakt sind nur die Oberstufenzentren, die Gymnasien und Sekundarschulen zum Streik aufgerufen. Hier stehen an diesem Tag allerdings über 200 mündliche Abiturprüfungen an. Später wird sich herausstellen, dass 24 Prüfungen verschoben werden mussten, davon 20 am Schöneberger Rückert-Gymnasium, wie Direktor Jörg Balke bestätigt. Das komme allerdings den meisten Schülern seiner Schule zupass, weil sie mehr Zeit zum Lernen hätten, berichtet er.

Die Zahl der Betroffenen wird aber noch steigen. Die GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik weiß allein von „bis zu acht Gymnasien“, an denen mündliche Abiturprüfungen verlegt werden müssen. Landesschülersprecherin Alea Mostler bezweifelt, dass sich alle Schüler darüber freuen und sie fragt sich, wie das mit der GEW-Ankündigung zusammenpasst, dass es „keine Nachteile“ für die Schüler durch den Streik geben sollte. Laut Bildungsverwaltung platzten auch drei von 39 Nachschreibeterminen für Abitur- oder MSA-Klausuren.

Insgesamt war die Beteiligung am Streik geringer als am 23. April, als 1800 Lehrer von 370 Schulen gestreikt hatten. Zu der am Montagnachmittag im „Streikcamp“ anberaumten Diskussion kamen nur noch wenige Dutzend, wie Siebernik bedauerte. Allerdings könnte die Beteiligung noch wesentlich steigen, wenn am Dienstag und Donnerstag die Grundschullehrer zum Streik aufgerufen sind, von denen etliche eine gute Gelegenheit kommen sehen, die wenig beliebten Vergleichsarbeiten der Drittklässler zu bestreiken. Am Mittwoch sind nochmal die Oberstufenzentren dran. Die meisten Streikenden werden am Freitag erwartet, wenn alle Schulformen aufgerufen sind. Auch am Charlottenburger Heinz-Berggruen-Gymnasium war am Montag zu hören, dass die Angestellten erst am Freitag geschlossen streiken wollten.

Die GEW-Forderungen nach eine Besserstellung der Angestellten und „alternsgerechten“ Arbeitsbedingungen mobilisieren allerdings nicht alle Regionen gleichermaßen. Auffällig ist die Zurückhaltung im ehemaligen Ostteil. Das war schon beim Streik am 23. April so: Unter den rund 370 Streikschulen bildeten rund 260 „West-Schulen“ bei weitem die Mehrheit. Allein in Neukölln beteiligten sich mehr Schulen als in Pankow, Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Marzahn- Hellersdorf zusammen. Siebernik vermutet, dass diese Diskrepanz mit einem geringeren Anteil junger angestellter Lehrer im Ost-Teil zusammenhängen könnte und auch mit einem geringeren gewerkschaftlichen Organisationsgrad.

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