Schule : Sie wachsen und wachsen – nun auch der Altea

Seat bringt von seinem Sportvan einen XL: Die dynamische Optik im vorderen Teil ist geblieben, im hinteren gewinnen Familien viel Stauraum hinzu

-

Das Attribut XL für „extra groß“ will auf Altea nicht so richtig passen. Denn Altea ist ein Küstenstädtchen von unter 20 000 Einwohnern in der spanischen Provinz Alicante. Altea heißt aber auch ein 2004 eingeführtes Modell des spanischen Autoherstellers Seat, und auf das passt seit neuestem die Bezeichnung XL. Denn anders als sein Namensvetter gibt es den Kompaktvan von der iberischen Halbinsel jetzt als größere Version. Und die – um 18,7 Zentimeter auf 4,47 Meter gestreckt – entpuppt sich als kleines Raumwunder. Der Altea XL, der jüngst auf dem Pariser Autosalon der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, verfügt über den größten maximalen Stauraum in seinem Segment, in dem sich in letzter Zeit auch bei anderen Herstellern einiges tut.

Der Einstiegspreis für den 102-PS-Benziner zur Markteinführung ab Ende Oktober wird bei 17 990 Euro liegen. Damit müssen für den XL im Schnitt 800 Euro mehr als für den kleinen Bruder hingeblättert werden. Die 170 PS der üppigsten Motorisierung, die ab Januar verfügbar sein wird, dokumentieren den sportlichen Anspruch Seats. Das 2.0 TDI-Aggregat spricht beinahe ungestüm an, das Fahrwerk ist recht straff abgestimmt, die vom Golf bekannte Lenkung arbeitet präzise. Nach kurzweiligen 8,7 Sekunden hat die 1470 Kilogramm schwere Karosse Tempo 100 erreicht; unter lauten Windgeräuschen geht es dann bis zum Spitzentempo 210. Die für die ganze Baureihe serienmäßige Traktionskontrolle TCS greift gewollt spät ein, bevor das (optional erhältliche) automatische 6-Gang-Direktschaltgetriebe den zweiten Gang zum Zuge kommen lässt.

Geht man es etwas beschaulicher an, und begreift den Wagen mehr als Van denn als Sportgerät, so erweist er sich als äußerst praktischer Begleiter. Die hintere Sitzbank ist beim XL um 16 Zentimeter (2 nach hinten und 14 nach vorne) verschiebbar, was entweder mehr Beinfreiheit im Fond oder mehr Kofferraumvolumen schafft. Gegenüber dem herkömmlichen Altea ist der Laderaum von 409 auf 532 Liter angewachsen, bei vorgerückter Sitzbank lässt er sich auf 635 Liter, bei umgeklappten Sitzen auf in dieser Klasse unerreichte 1604 Liter erweitern. Der Transport von Kinderwagen, Sportgeräten oder Fahrrädern wird so zum Kinderspiel.

Zudem es finden sich weitere funktionale Details: So können Fahrgäste im Fond ausklappbare Tischchen an den Rückseiten der Vordersitze als Ablage nutzen. Schwerere Gegenstände finden in den Fächern an allen vier Türen Platz, wobei vorn 1,5-Liter-Flaschen verstaut werden können. Das Radio ist bequem vom optional erhältlichen Multifunktionslenkrad zu bedienen und kann über den serienmäßigen Aux-Anschluss in der Mittelkonsole mit Musik aus einem MP3-Player versorgt werden.

Serienmäßig ist auch die 12-Volt-Steckdose im Kofferraum, mit der die Kühltasche für den Ausflug auf niedrigen Temperaturen gehalten werden kann. Zur Basisausstattung gehören zudem Klimaanlage, Reifendruckanzeige, eine mit maximal 75 Kilo Gepäck belastbare Dachreling, Geschwindigkeitsregelanlage und der höhenverstellbare Fahrersitz. Um diesen von der niedrigsten Einstellung in die höchste und dann erst wirklich vantypische hohe Sitzposition zu befördern, muss der entsprechende Hebel allerdings 25 Male betätigt werden – ganz schön anstrengend.

Anders als die vergleichbaren jüngst vorgestellten Modelle von Renault und Citroen, Grand Scénic XXL und C4 Picasso, ist der Altea kein fahrender Glaskasten – die Seitenfenster sind zugunsten der schnittigen Optik recht flach gehalten, ein Panoramadach kann nicht geordert werden. Als erster Hersteller hat Seat jedoch eine Kooperation mit dem Hersteller portabler Navigationsgeräte Tom-Tom geschlossen. Die Geräte können im linken Schalttafelbereich angebracht werden. Die Vorrichtung ist für einen geringen Aufpreis zu haben – aber natürlich ist auch die herkömmliche, teure Einbauvariante eines Navis zu haben.

Das gegenüber dem Ursprungs-Altea veränderte Design des XL vermittelt Dynamik, sagt der Hersteller, „die Doppelparabolscheinwerfer erinnern an die Augen einer Wildkatze“. Die Motorhaube steigt von weit unten auf und geht nahtlos in die A-Säulen über, was dem Fahrzeug eine gute Aerodynamik und einen rassigen Auftritt verschafft – typisch Seat.

0 Kommentare

Neuester Kommentar