Schule : Skoda steht gut da

Die VW-Tochter hat Toyota und Renault bei den Importen überholt. Und der neue Fabia soll helfen, den Platz an der Spitze zu verteidigen

Ingo von Dahlern

Die Marke mit dem geflügelten grünen Pfeil hat es zum ersten Mal geschafft. In disem Januar erkämpfte sie sich die Pole Position unter den Importeuren auf dem deutschen Markt. 7838 Neuzulassungen – bei dieser Marke konnten weder Toyota noch Renault mithalten. Bei knapp vier Prozent Marktanteil ist jedes 25. im Januar bei uns neu zugelassene Fahrzeug ein Skoda.

Längst hat die 1991 von Volkswagen übernommene tschechische Traditionsmarke aus Mlada Boleslav ihr früheres Ost-Image abgelegt. Neben dem deutschen Markt, auf dem jeder fünfte neu gebaute Skoda verkauft wird, eroberte das schnell und kontinuierlich wachsende Unternehmen inzwischen auch West- und Südeuropa. Wer zum Beispiel am Flughafen von Barcelona oder Madrid nach einem Taxi winkt, steigt anschließend meist in einen Skoda Octavia ein.

Der Octavia, der auf der Plattform des Golf aufbaut, war lange Jahre die tragende Säule des Skoda-Angebots – bis 1999. Denn damals trat neben den Octavia als neue Größe der kompakte Fabia. Ein 3,97-Meter-Auto auf der Plattform des Polo. Das kam, sah und siegte, schloss mit seinen Produktionszahlen kontinuierlich zum Octavia auf und wurde mit einer Produktion von inzwischen mehr als 1,5 Millionen schließlich zum meistverkauften Skoda seit 1991.

Allein in Deutschland fanden neben 56 745 Octavia im vergangenen Jahr 54 745 Fabia einen Käufer. Eine Zahl, bei der Skoda schon bald mit einem deutlichen Zuwachs rechnet; schließlich wird der aktuelle Fabia im nächsten Monat durch seinen Nachfolger abgelöst. Und der ist, anders als das eher biedere, optisch unauffällige Vorgängermodell, ein Auto geworden, das die Sinne anspricht: So emotional in seinem Auftritt war bislang noch kein Auto aus Mlada Boleslav. Das gilt für die markante Front mit dem voll in die Karosserie integrierten neuen Kühlergrill ebenso wie für die dreidimensional gestalteten, großen Scheinwerfer und die höher sitzenden, ebenfalls dreidimensionalen Heckleuchten. Die Silhouette wirkt jetzt viel dynamischer, die Einzelmaßnahmen der Designer zeigen Wirkung: Das von der Front bis zur C-Säule durchgehende Glasband. Die in Schwarz gehaltenen A- und B-Säulen. Die größer gewordene und um die Flanken herumreichende Heckscheibe. Tritt der Fabia dann auch noch mit dem auf Wunsch weiß lackierten Dach an, ist er ein echter Hingucker – der erfolgreiche Mini lässt grüßen!

Den größten Sprung nach vorn macht die neue Generation allerdings im Interieur. Endlich ist das düstere Grau des bisherigen Modells einem freundlichen und hellen Innenraum mit attraktiven Farben und Kontrasten gewichen. Auf den ersten Blick wirkt das eine Klasse hochwertiger als bisher, sowohl in der Materialqualität als auch in der Verarbeitung.

Wer aus dem alten in den neuen Fabia umsteigt, spürt spontan, dass er ein paar Zentimeter, genau drei sind es, höher sitzt. So hat man einen besseren Blick aufs Verkehrsgeschehen und verfügt zudem über deutlich mehr Kopffreiheit als bisher. Insgesamt ist die Fabia-Karosserie um knapp fünf Zentimeter in der Höhe gewachsen. Das kommt auch den Fondpassagieren zugute, die im Fabia konkurrenzlos bequem sitzen.

Maßstäbe setzt der weiterhin ausschließlich mit vier Türen angebotene Fabia schließlich mit seinem Laderaum. Denn der misst mindestens 300 Liter und lässt sich auf bis zu 1163 Liter erweitern – aber leider nicht mit völlig ebener Ladefläche.

Dass bislang vor allem vom Design die Rede war, hat seinen Grund: Die Technik unterm völlig neu geschneiderten Kleid hat sich nur unwesentlich verändert. Die bewährte Konstruktion wurde sorgsam optimiert; der Fabia bietet also, was Fahrverhalten und Fahrkomfort angeht, die bekannten, vielfach ausgezeichneten Qualitäten.

Diese Kombination aus neuer Optik und erfolgreicher Technik sollte eine solide Basis für den weiteren Erfolg des Kleinwagens sein – jedenfalls, wenn dabei auch der Preis stimmt. Den allerdings ließ sich Skoda bislang nicht entlocken. Jedenfalls wäre die Tochter von Volkswagen schlecht beraten, hier eine unnötige Barriere zu errichten – der Einstieg ins Fabia-Programm (siehe Kasten) dürfte demnach um die 11 000 Euro liegen.

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