Sommer  : Risiko bei Sonnencreme

Schönes Wetter in Berlin: Viele benutzen Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor, um dem Sonnenbrand zu entgehen - Ist das ein Irrtum?

Julia Gill

Vom 23. bis zum 27. Juli waren Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Berliner Gymnasien beim Tagesspiegel, um in einem Sommerkurs mehr über Journalismus zu erfahren. Die 16- bis 18-Jährigen erlebten Redakteure bei der Arbeit, nahmen an Schreibworkshops teil und recherchierten und verfassten eigene Artikel zu Themen, die sie sich selbst ausgesucht haben. Hier lesen Sie die Ergebnisse.

„Ein Sonnenbad mit Sonnenschutzmittel ist schädlicher als eins ohne Schutz“ heißt es in einem Forum auf der Internetseite med1. Ich bin erschrocken, denn auch ich besitze die „vornehme Blässe“ und schmiere mich an heißen Sonnentagen gründlich mit Sonnencreme ein. Warum ist Sonnenschutzmittel schädlich, obwohl sie unsere Haut eigentlich schützen sollte?
Ich möchte dieser Sache genauer nachgehen und fahre bei einem wolkenlosen Himmel bei heißen 30°C zum Potsdamer Platz, um verschiedene Leute nach ihrer Meinung zu fragen.
„Natürlich habe ich mich mit Sonnencreme eingeschmiert“, meint Vivienne (19) und hält ihr Gesicht in die Sonne, „Sonnencreme ist nicht schädlich, denn schließlich raten Dermatologen dauernd dazu, dass man sich immer eincremen soll, weil ein Sonnenbrand das Hautkrebsrisiko erhöht.“
Eine genaue Erklärung auf meine Frage konnte mir dort leider keiner der Befragten geben. Deshalb habe ich mich auf den Weg in eine Apotheke gemacht und dort einmal nachgefragt. Eine freundliche Mitarbeiterin konnte mir auf Anhieb eine Erklärung dazu geben. „Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass über 90 Prozent der Deutschen unter einem Vitamin-D-Mangel erleiden“, warnt die Apothekerin.
„Das Problem ist, dass rund 90 Prozent des Vitamins durch UV-Bestrahlung der Haut im Körper gebildet wird.“
Sie erklärt, dass Vitamin D eine wichtige Rolle im Körper des Menschen besitzt. Es ist gut für das Immunsystem und stärkt die Knochen, hilft gegen Depression und senkt sogar das Krebsrisiko. Wenn wir uns jedoch mit Sonnencreme einschmieren, lässt die geschützte Haut keine Strahlung durch, sodass der Körper das wichtige Vitamin nicht produzieren kann. Die Apothekerin rät: „Wir müssen uns öfters draußen an der frischen Luft bewegen. Im Winter leben wir von unseren Vitamin D Vorräten, da der tiefe Stand der Sonne verhindert, dass wir ausreichend von dem Vitamin bilden.“
Trotzdem rät sie, dass man vorsichtig sein sollte und von April bis September täglich nur 10 bis 15 Minuten Gesicht und Arme in die Sonne halten soll um seinen Vitamin D Haushalt für den Winter aufzufüllen, denn mit Nahrung könne man das wichtige Vitamin nur bedingt aufnehmen.
„Im Sommer intensives Sonnenbaden, vor allem in der heißen Mittagssonne von 12 bis 15 Uhr vermeiden. Die Bräunung ist ein Schutzmechanismus der Haut. Bevor man jedoch einen starken Sonnenbrand bekommt, sollte man sich doch eincremen.“ warnt die Apothekerin. Eine Lösung wäre, seine Haut schon im Frühling an die steigende UV- Strahlung zu gewöhnen, damit diese eine dickere Hornhaut bilden kann und die Strahlung im Sommer nur noch erschwert durch kommt. Die Apothekerin rät: „Die einfachste Methode sich vor intensiver Sonnenstrahlung zu schützen ist der Aufenthalt im Schatten.“

 

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