Schule : Sport-Van im Kompaktformat

Mit der B-Klasse hat Mercedes-Benz eine neue Fahrzeuggattung entwickelt

Ingo von Dahlern

Im Mercedes-Angebot schließt sich eine Lücke. Zwischen die neue Generation der A-Klasse und die C-Klasse tritt am 4. Juni die B-Klasse, die man bereits jetzt bestellen kann. Wer allerdings annimmt, die B-Klasse sei lediglich so etwas wie die frühere Langversion der A-Klasse, der irrt gewaltig. Das „B“ steht für ein gänzlich eigenständiges, neues Auto, das mit 4,27 Meter nicht nur 43 Zentimeter länger als die A-Klasse ist, sondern für Mercedes sogar eine neue Fahrzeuggattung darstellt – die des so genannten Sports Tourer.

Diese neue Gattung präsentiert Mercedes-Benz gleich in zwei Varianten – als luxuriösen 5,15 Meter langen 4+2-sitzigen Grand Sports Tourer, der sich R-Klasse nennt (s. Artikel links) und als Compact Sports Tourer oder B-Klasse. Und die soll hohe Ansprüche erfüllen, nämlich die Maße eines Kompaktwagens mit dem Raumangebot eines Kombis, der Variabilität eines Minivans und dem dynamischen Design einer Sportlimousine vereinen.

Dazu hat sich Mercedes zunächst einmal beim kleineren Geschwisterchen bedient. „Die Achsen, der Powertrain und das Sandwich-Konzept, mit der Technik teils vor und teils unter der Fahrgastzelle, haben wir von der A-Klasse übernommen“, sagt der sowohl für die A- als auch die B-Klasse verantwortliche Projektleiter Bernd Hense. „Doch schon beim Design geht die B-Klasse außen und innen ganz eigene Wege.“ Besonders wichtig sei überdies, dass die B-Klasse spürbar größer sei, mehr Platz und mehr Funktionalität biete. Das darf durchaus als gelungen bezeichnet werden. Die hinteren Sitze bieten Platz wie in einer Limousine der gehobenen Klasse. Neben der angesichts eines Radstandes von 2,78 Meter großzügigen Kniefreiheit gilt das auch für die Kopffreiheit. Und das alles bei einem Laderaum, der stattliche 544 Liter fasst.

Die Funktionalität des Laderaums überrascht ebenfalls. Mit wenigen Handgriffen sind die Sitzkissen vorgeklappt und senkrecht gestellt, die Rückbanklehnen nach vorn gelegt. Nun stehen 1140 Liter bereit. Und das, obwohl sich der Laderaumboden, für den es zwei Positionen gibt, in der oberen befindet. Mit einem weiteren Griff lassen sich die hoch gestellten Sitzkissen ausbauen und in der Reserveradmulde unterm Laderaumboden verstauen. Der Laderaum wächst somit auf 1215 Liter. Wer die Sitzlehne des Beifahrersitzes nach vorn klappt, hat nun auch Platz für besonders langes Ladegut.

Mit dem Ausstattungspaket „Easy Vario“ kann man den asymmetrisch geteilten Fondsitz teilweise oder komplett ausbauen, ebenso den Beifahrersitz. Dann passen bis zu 2,95 Meter lange Gegenstände bequem in die B-Klasse, die bei dachhoher Beladung 2245 Liter fasst.

Fahren lässt sich der neue Mercedes wie ein komfortabler Personenwagen. Sechs Vierzylinder-Motoren – vier Benziner und zwei direkt einspritzende Turbodiesel – stehen dafür zur Wahl. Die Benziner decken ein Leistungsspektrum von 70 bis 142 kW (95 bis 193 PS) ab. Überraschend flott sind aber auch die beiden Diesel. Neben dem B 180 CDI mit 80 kW (109 PS) ist der B 200 CDI mit 103 kW (140 PS) erhältlich. Er spurtet in 9,6 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 200 km/h. Mit einem Drehmoment von 300 Nm bei 1600 bis 3000/min reagiert er jederzeit spontan, wenn man aufs Gaspedal tritt.

Auf die Straße kommt die Kraft der Motoren serienmäßig über ein Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetriebe. Von besonderer Ingenieurskunst zeugt allerdings das automatische Getriebe namens „Autotronic“, das auf Wunsch für alle Modelle lieferbar ist. Es arbeitet nach dem Prinzip der „Continuous Variable Transmission“ (CVT), bei der die Übersetzungen stufenlos und damit ruckfrei geändert werden. Das bietet nicht nur Fahrkomfort, sondern ermöglicht auch einen geringeren Kraftstoffverbrauch.

„Mit der B-Klasse“, sagt Projektleiter Hensel, „wollten wir ein Angebot für alle Käufer schaffen, denen eine Limousine zu groß, die A-Klasse aber nicht groß genug und zu wenig repräsentativ ist.“ Das macht die B-Klasse nicht nur für jüngere Fahrer mit Outdoor-Aktivitäten und Familien mit variablem Platzbedarf interessant, sondern auch für ältere Fahrer, die nicht auf den Komfort größerer Modelle verzichten wollen. Sie dürften überdies schätzen, dass der Ein- und Ausstieg dank der höheren Sitzposition besonders bequem ist.

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