Schule : Sportwagen im Kleinstformat

Der Daihatsu Copen hat ein Variodach aus Aluminium und Rechtslenkung

Ingo von Dahlern

Nur knapp 3,40 Meter ist er lang – der Daihatsu Copen. Sein Name ist eine Kombination aus den Begriffen Compact und Open. Denn Daihatsus Spezialität sind nun einmal Kleinwagen. Dieser allerdings, der noch einmal 25 Zentimeter kürzer ist als der bereits kleine Streetka von Ford, ist einer der ganz besonderen Art. Denn er ist ein Zweisitzer mit einem Variodach aus Aluminium. Binnen 20 Sekunden verwandelt er sich auf Knopfdruck vom Coupé in einen offenen Roadster und umgekehrt. Noch weniger Zeit vergeht, wenn es für den Copen heißt, auf Touren zu kommen. Denn für den Spurt auf Tempo 100 braucht er gerade einmal 11,7 Sekunden. Bleibt man auf dem Gas, erreicht man auf freier Strecke bis zu 170 km/h. Ein richtiger kleiner Sportler also. Und das alles bekommt man für einen Preis von 17 200 Euro – auf Bestellung übrigens. Denn dieses Auto wird ausschließlich auf Kundenbestellung und mit Wunschausstattung gefertigt Dabei geht Daihatsu davon aus, dass Besteller aus Deutschland – für sie sind erst einmal 500 Copen vorgesehen, deren Produktion im September beginnt – ihre Auto im November bekommen. Als Rechtslenker übrigens. Denn dieses Auto gibt es grundsätzlich nur mit dem Lenkrad auf der rechten Seite.

Seinen ersten Auftritt hatte der Roadster im Mini-Format bereits 1999 – als Studie in Tokio. Das Publikum reagierte begeistert. So entschloss man sich bei Daihatsu, dieses Auto serienreif zu machen. Seit Anfang 2002 wird es gebaut – im Daihatsu Stammwerk in Osaka in einer speziellen Produktionshalle in Handarbeit. 1200 pro Monat werden dort fertig. Bis Mai 2003 entstanden so bereits 12 500 Copen, der in Japan fast schon Kultstatus hat – mit einer Lieferfrist von derzeit rund fünf Monaten. Sein besonderer Vorzug dort – er gehört zu den so genannten K-Cars, die nicht länger als 3,41 und nicht breiter als 1,475 Meter sein dürfen und maximal 0,66 Liter Hubraum haben dürfen – dann ist in Japan kein Parkplatznachweis nötig und die Kfz-Steuer ist sehr niedrig.

Aber auch dieses Format kann selbst in Europa ausgesprochen attraktiv sein. Das gilt beim Copen nicht nur für seine Technik, sonder auch sein eigenwilliges Design. Denn seine Optik wird geprägt von Rundungen. Rund ist die Motorhaube, die fast identisch ist mit der Kofferraumhaube ist – bei uns gab es so etwas einmal als Hebmüller-Cabrio des Käfers . Rund ist auch das aus Aluminium bestehende elektrohydraulisch betätigte metallene Faltdach, das eine Konstruktion des deutschen Dach-Spezialisten Webasto ist. Und rund sind bei diesem Auto auch Scheinwerfer und Heckleuchten sowie die Endrohre des Doppelauspuffs, die Luftauslassöffnungen innen und die drei zentralen Instrumente. Aus der Seitenperspektive denkt man beim Blick auf den Copen unwillkürlich an die Line des Audi TT – da verwundert es nicht, dass der Copen in Großbritannien gern Baby-TT genannt wird.

Ein Baby, dass es in sich hat. Seine flotten Fahrleistungen werden möglich durch einen 0,66-Liter-Vierzylinder-Turbomotor, der es auf 50 kW (68 PS) und ein höchstes Drehmoment von 100 Nm bei 3200/min bringt. Da der Copen mit einem Leergewicht von gerade einmal 830 Kilo ein wahres Leichtgewicht ist, reicht das für ausgesprochen flotte Fahrleistungen – bei einem mit durchschnittlich 6,4 l Normalbenzin pro 100 km akzeptablen Verbrauch. Einziger Nachteil: das Triebwerk erfüllt nur die Norm EU3, was bei dem winzigen Hubraum steuerlich allerdings kaum zu Buche schlägt. An die vorderen Antriebsräder des Copen gelangt die Motorkraft über ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Und da der Winzling mit seinem Radstand von gerade einmal 2,22 Meter und einem kleinen Wendekreis von 9,2 Meter einen besonders tiefen Schwerpunkt hat, wieselt er wie ein Go-Kart über kurvige Landstraßen – mit akzeptablem Komfort. Allerdings spürt man auch deutlich, wenn man sich auf schlechten Straßen bewegt. Und das noch etwas deutlicher, wenn man sich statt des normalen Fahrwerks für ein Sportfahrwerk entscheidet. Die Fahrwerkskonstruktion mit McPherson-Federbeinen vorn und einer Verbundlenkerachse hinten stammt übrigens von der fünften Generation des kleinen Cuore, dessen Plattform noch um 13 Zentimeter verkürzt wurde. Gebremst wird mit Scheiben vorn und Trommel hinten unterstützt durch ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung.

überraschend umfangreich ist die Ausstattung des Copen. Schwarze Sportsitze mit integrierten Kopfstützen und ein in zwei Ebenen verstellbares Dreispeichen-Sportlenkrad – als Sonderausstattung auch als Momo-Lederlenkrad – sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel, Klimaanlage, Servolenkung, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, 15-Zoll-Leichtmetallräder und verchromte Überrollbügel mit transparentem Windschott aus Polyacryl sind Serienausstattung. des flinken Winzlings, in dem sich sehr groß gewachsene Personen allerdings ein wenig beengt fühlen können. Als Wunschausstattung gibt es auch Ledersitze und eine Sitzheizung. Und mit 210 Liter bietet der Copen auch einen akzeptablen Kofferraum – allerdings nur bei geschlossenem Dach. Wird es geöffnet, bleibt gerade einmal ein kleiner Rest von 14 Liter – das ist selbst für kleines Reisegepäck zu wenig,

Drei Jahre Garantie bis zu maximal 100 000 Kilometer Laufleistung, sechs Jahre gegen Durchrostung und eine Mobilitätsgarantie mit 24-Stunden-Service gibt Daihatsu dem Copen mit auf den Weg. Einem Auto, das als kleinster offener Sportwagen der Welt auch bei uns gute Chancen hat, zu einem Erfolg zu werden und zugleich das Image der Toyota-Tochter Daihatsu wirksam zu verbessern.

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