Schule : Start frei für den neuen Focus

Ford setzt auf hohe Dynamik, optimale Sicherheit und überzeugende Qualität

Ingo von Dahlern

Premierenstimmung herrscht bei den deutschen Ford-Händlern. Denn an diesem Wochenende geht die zweite Generation des Ford Focus an den Start. Und damit ein Auto, das für den Erfolg von Ford vor allem in Europa eine Schlüsselrolle spielt. Schon die vor sechs Jahren eingeführte erste Generation erwies sich als Bestseller, von dem bis heute weltweit über vier Millionen Exemplare von den Fertigungsbändern rollten.

Doch die neue Generation scheint mehr als gut gerüstet, das schwere Erbe anzutreten. Denn ob es um die Verarbeitung, die Raumausnutzung und vor allem die Qualität geht – der neue Focus übertrifft seinen so erfolgreichen Vorgänger in diesen Disziplinen durchweg. Besonders wichtig dürfte dabei die Qualität sein. Denn bereits mit dem bisherigen Focus konnte Ford beweisen, dass das Unternehmen auch als typischer Massenhersteller durchaus in der Lage ist, Autos hoher Qualität zu bauen – und das dazu auch noch zu erschwinglichen Preisen.

Nun wurde, wie soeben noch einmal kurz vor dem Marktstart vorgenommene Probefahrten bestätigten, die Qualität noch einmal spürbar verbessert. Das gilt sowohl für die Verarbeitungsqualität als auch für die vor allem im Interieur sichtbaren Werkstoffe mit ihren hochwertigen Oberflächen. Dieses Auto sieht nicht nur von außen sehr gut aus, sondern vor allem auch innen. Auch wenn unverkennbar ist, dass Ford bei seinem beim ersten Focus sehr mutigen und zum Teil sogar avantgardistischen Design ein paar Rückzieher gemacht hat.

So ist die von vielen vermisste Symmetrie ins Interieur zurückgekehrt, sind die Formen innen wieder ein wenig ruhiger geworden. Was allerdings nicht bedeutet, dass dieses Auto nun weniger attraktiv ist. Im Gegenteil, es hat eine sehr überzeugende und ansprechende Linie und durchaus seinen eigenen Charakter. Das gilt auch für die äußere Optik des neuen Focus, der selbstverständlich das für Ford inzwischen typische Markengesicht zeigt. Das allerdings in einer besonders tiefen Position.

Die Silhouette wird geprägt von der sanft zum Heck ansteigenden dynamischen Seitenlinie. Zum Start tritt der neue Focus in drei Karosserievarianten an. Als sehr coupéhaft wirkender Dreitürer, der auch im Fond viel Kopffreiheit bietet, als Fünftürer und als wieder Turnier genannter Kombi. Im nächsten Jahr soll als vierte Karosserievariante eine elegante Stufenheckversion hinzukommen.

Insgesamt wirkt der Auftritt des neuen Focus sehr dynamisch. Das beschränkt sich aber nicht nur auf die Optik. Denn wenn man den Focus in die Hand nimmt und ihn sowohl im Stadtverkehr als auch auf kurvigen Mittelgebirgsstraßen herausfordert, erweist er sich als ein Auto, das ausgesprochen große Fahrfreude bereiten kann. Und das stets in Verbindung mit dem Gefühl, dass man den neuen Focus jederzeit im Griff hat – ein geradezu narrensicheres Auto, mit dem man sich auch bei flotter Fahrt sehr sicher fühlt.

Aber das ist schließlich keine ganz neue Erkenntnis. Denn die hohen Qualitäten des Fahrwerks des neuen Focus sind ja keine ganz unbekannte Größe. Denn mit dem Focus C-Max ist schließlich als erstes Modell der neuen Focus-Generation die kompakte Minivan-Variante auf den Markt gekommen. Und schon dieses Autos überzeugte mit seinen fahrdynamischen Qualitäten.

Der Focus C-Max ist zweifellos die geräumigste und variabelste Variante der Focus-Familie. Aber auch die neuen Limousinen verblüffen durch ihr überzeugendes Raumangebot. Dazu tragen selbstverständlich der um 25 Millimeter länger gewordene Radstand und die um 40 Millimeter breiter gewordene Spur bei. So ist der Focus trotz seiner weiterhin kompakten Abmessungen ein vollwertiges Familienauto, mit dem man in der Stadt ebenso gut unterwegs sein kann wie auf den Fernstraßen – etwa zur großen Ferienfahrt.

Und schon mit dem Basistriebwerk bei den vier Benzinern, dem 1,4-Liter mit 59 kW (80 PS), zeigt sich der Focus ordentlich motorisiert. Denn 14,1 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 164 km/h bei einem Verbrauch von durchschnittlich 6,6 l/100 km sind durchaus akzeptable Werte. Schon richtig flott, das bestätigten Probefahrten in diesen Tagen, ist der 1,6-Liter-Benziner mit 74 kW (100 PS). Zu einem betont sportlichen Auto mausert sich der Focus dann mit dem neuen 1,6-Liter Ti-VCT mit 85 kW (115 PS) und seinen verstellbaren Nockenwellen, auch wenn der neue Focus erst mit dem Zweiliter-Benziner Sportwagenqualitäten zeigt und so richtig flott wird.

Dass sich Sportlichkeit aber nicht auf die Benziner beschränkt, zeigen die beiden modernen TDCi-Turbodiesel. Schon der 1,6-Liter ist mit seinen 80 kW (109 PS) ausgesprochen agil. Doch ein wahrer Genuss ist der Zweiliter mit 100 kW (136 PS), der sich mit seinem Sechsgang-Schaltgetriebe so flott bewegen lässt, dass man gar nicht glauben mag, dass dieser Motor ein Diesel ist. Aber er ist wirklich einer, der mit durchschnittlich 7,4 l/100 km nicht nur sparsam, sondern mit 9,3 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 203 km/h dem großen Benziner ebenbürtig ist und dann, wenn es um Drehmoment geht, mit 320 Nm bei gerade einmal 2000/min unschlagbar. Wie die Benziner, die durchweg EU4 erfüllen, sind auch die beiden Turbodiesel sehr sauber. Vor allem, wenn man sie mit dem als Option verfügbaren Dieselpartikelfilter bestellt. Denn dann erfüllen auch die beiden Turbodiesel EU4.

Neben Dynamik setzt Ford natürlich auch auf hohe Sicherheit. Das bestätigt zum einen der hohe Aufwand für das Fahrwerk des Focus. Das zeigt vor allem aber auch die umfangreiche Sicherheitsausstattung. So gehört für alle Versionen des Focus die Fahrdynamikregelung ESP, in die die Funktionen für das ABS einschließlich elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent und die Antriebsschlupfregelung integriert sind, zur Serienausstattung. Auf der Seite der passiven Sicherheit gibt es neben Frontairbags für Fahrer und Beifahrer Seitenairbags und neuartige Kopf-Schulter-Airbags, Dreipunktgurte auf allen Plätzen, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorn und Isofix-Kindersitzbefestigungen sowie , als Option, individuell justierbare Pedale.

Mitlenkende Scheinwerfer mit Halogen-Technik, ein schlüsselfreies KeyFree-System, eine Bluetooth-Schnittstelle, Sprachsteuerung für Telefon, Audiosysteme, Navigation und Klimaautomatik sind einige weitere Neuerungen.

FAZIT

Ein überzeugender Nachfolger für den ersten Focus, dessen Einstiegsmodell Ambiente 1.4 mit exakt 14 375 Euro sogar 300 Euro weniger kostet, als das bisherige Basismodell.

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