Schule : Start für den Volkswagen Touareg

Im Gelände ebenso überzeugend wie auf der Straße

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Nach dem Phaeton, der seine Premiere im Frühjahr erlebte, ist er das zweite neue Modell der Oberklasse, mit dem Volkswagen den Start in ein neues Marktsegment wagt – der soeben bei den Händlern eingetroffene Volkswagen Touareg. Wie ein hochbeiniger Kombi steht es da, dieses ungewöhnliche Auto, wie man es in Wolfsburg noch nie gebaut hat. Eine Kombination aus edler Limousine und Geländewagen – und auf diesem speziellem Gebiet einem Geländeprofi, auch wenn dieses Auto mit seinen klaren Linien und den breiten Straßenreifen nicht unbedingt danach aussieht. Denn bei ersten Probefahrten zeigte er sich selbst schwierigsten Herausforderungen abseits ausgebauter Straßen gewachsen, bewältigte selbst extreme Steigungen von 45 Grad – das sind nach dem Maßstäben der Straßenbauer 100 Prozent – und ließ sich weder durch tiefe Schlammlöcher, breite Flüsse und extreme Schrägen vom Kurs abbringen, wobei ein vollautomatisch agierender Bergagierender-Assistent und der automatische Bergabfahr-Assistent eine tatkräftige Unterstützung leisteten. Verblüffend immer wieder, wie handlich der Wagen sich zeigte, wie sein aufwändiges 4XMotion-Allradsystem mit Verteilergetriebe und automatisch sperrendem Zentraldifferenzial sowie sperrbarem Hinterachsdifferenzial dafür sorgte, dass die Antriebskräfte stets an die Räder geleitet wurden, die ausreichend Traktion boten – und wenn es nur noch eines war. So überwand der auch im Gelände auf breiten Straßenreifen fahrende stützt du, unterstützt durch die auf alle vier Räder wirkende und mit Bremseneingriff arbeitende elektronische Differenzialsperre mit in jeder Situation optimaler Kraftverteilung sicher jedes Hindernis, ohne dass auch nur ein Eingriff des Fahrzeuglenkers nötig war.

Das allerdings ist nur die eine Seite dieses neuen Autos, das mit zwei gewaltigen Triebwerken an den Start geht – dem bereits vom Phaeton bekannten 3,6-Liter-V6 und einem neu entwickelten Fünfliter-V10-Turbodiesel. Mit seiner kontinuierlichen Nockenwellenverstellung bringt es der V6 mit dem schmalem Zylinderwinkel von nur 15 Grad auf eine Leistung von 162 kW (220 PS) und ein höchstes Drehmoment von 305 Nm bei 3200/min. Das genügt, den leer immerhin 2,2 Tonnen wiegenden Touareg in nur 9,9 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen und maximal 201 km/h schnell zu machen, mit Luftfederung sogar 206 km/h schnell.

Mit 7,8 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 225 km/h mit Luftfederung und Sechsgang-Automatik bewegt sich der Touareg mit dem zweiten Triebwerk bereits auf Sportwagenniveau – und das mit einem Diesel, der mit seiner Leistung von 230 kW (313 PS) und seinem höchsten Drehmoment von 750 Nm bei nur 2000/min auch die neuesten Turbodiesel für die Spitzenmodelle von BMW und Mercedes-Benz in den Schatten stellt und zeigt, welche gewaltigen Fortschritte diese Motorenbauart gerade im letzten Jahrzehnt gemacht hat. Durchschnittlich 12,2 l/100 km verbraucht der bullige Zehnzylinder mit seiner mit bis zu 2050 bar arbeitenden Pumpe-Düse-Hochdruckeinspritzung, dem man nicht anhört, nach welchem Verbrennungsprinzip er arbeitet. Auf ausgebauter Straße macht er den Touareg zum agilen Sportler, der mit hohem Tempo enge Kurven umrundet und auf freier Autobahn wie jede normale Oberklasselimousine leichtfüßig dahingleitet. Es ist Volkswagen mit diesem Auto tatsächlich gelungen, die Charaktere eines Geländeprofis, eines luxuriösen Reisewagens und eines flinken Sportlers unter einen Hut zu bringen – und das ohne schmerzliche Kompromisse.

Neben der konventionell mit Stahlfedern ausgestatten Fahrwerksvariante mit Einzelradaufhängung rundum und Doppelquerlenkerachsen vorn und hinten sowie der Fahrdynamikregelung ESP, die durch agiles Handling und Oberklasse-Fahrkomfort überzeugte, gibt es für den Touareg eine besonders komfortable Luftfederung mit geschwindigkeitsabhängiger zweistufiger Fahrwerksabsenkung und permanenter Niveauregulierung. Die bis zu fünf Personen, die im Touareg Platz finden, finden alles an Sicherheits- und Komfortausstattung, was ein Oberklasseauto zu bieten hat. So gibt es Front-, Seiten- und Fenster-Airbags, Isofix-Kindersitzbefestigungen, komfortable vielfach verstellbare Sitze vorn, eine asymmetrisch geteilte und vorklappbare Rückbank, einen Laderaum mit einem Volumen von 555 bis 1570 Liter (500 bis 1525 Liter wegen einer zweiten Batterie beim V10 TDI) mit separat zu öffnender Heckklappe, und zahlreiche große und kleine Ablagen. Der allen Passagieren komfortablen Platz bietende Innenraum selbst präsentiert sich mit seinen klaren Linien hochwertig und luxuriös. Es gibt ein übersichtlich gestaltetes Armaturenbrett und eine Mittelkonsole mit gut ablesbaren und leicht bedienbaren Instrumenten und Schaltern, eine aufwändige Klimatisierung mit bis zu vier Zonen, hochwertige Informations- und Unterhaltungstechnik und solche Details wie einen schlüssellosen Zugang (Keyless Access), eine elektrische ein- und ausfahrbare Anhängerkupplung für bis zu 3500 Kilo und Bi-Xenon-Scheinwerfer sowie 17- und 18-Zoll-Leichtmetallräder. Die Preise dafür bewegen sich zwischen 39 200 und 68 000 Euro. ivd

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