Streit über Notdienstvereinbarung in Berlin : Lehrer streiken über die ganze Woche

Die Lehrergewerkschaft GEW hat zu einer "Streik- und Aktionswoche" aufgerufen, in der kommenden Woche wird an Berliner Schulen wieder gestreikt. Damit könnten erneut Abitur- und Abschlussprüfungen betroffen sein.

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Wie schon im März und im April soll es auch in der kommenden Woche zu Lehrerstreiks in Berlin kommen.
Wie schon im März und im April soll es auch in der kommenden Woche zu Lehrerstreiks in Berlin kommen.Foto: dpa

An den Berliner Schulen wird in der kommenden Woche wieder gestreikt. Der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft die angestellten Lehrer und Erzieher zu einer „Streik- und Aktionswoche“ vom 13. bis 17. Mai auf. Schulen sollen sich an bis zu drei Tagen an den Protesten beteiligen. Am Montag liegt der Schwerpunkt bei Gymnasien, Sekundarschulen und Oberstufenzentren, wo Nachschreibtermine für das Abitur, den Mittleren Schulabschluss sowie Vergleicharbeiten angesetzt sind. Bislang hat sich die GEW geweigert, mit der Bildungsverwaltung eine sogenannte Notdienstvereinbarung abzustimmen.

Somit ist es für die Schulleiter schwieriger, nichtstreikende angestellte und verbeamtete Lehrer als „Streikbrecher“ einzusetzen. Allerdings appelliert die GEW an die Streikenden, die Aktionen so zu gestalten, dass dadurch „keine Nachteile“ für die zu prüfenden Schüler entstehen. „Wenn es der Gewerkschaft mit diesem Appell ernst wäre, hätte sie ja einer Notdienstvereinbarung zustimmen können“, sagte ein verärgerter Elternvertreter am Sonnabend.

Am Dienstag und Donnerstag liegt der Schwerpunkt des Warnstreiks bei den Grundschulen, wo an beiden Tagen die Vergleichsarbeiten Vera 3 im Fach Deutsch anstehen, am Mittwoch sind wieder die Oberstufenzentren dran, am Freitag alle Schulen. Veranstaltungen am Molkenmarkt hinter dem Roten Rathaus sollen den Streik flankieren.

Die GEW fordert tarifliche Regelungen, um die Einkommensunterschiede zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern auszugleichen. Außerdem will sie über ein besseres Gesundheitsmanagement und familienfreundlichere Arbeitszeiten verhandeln, um die Arbeitsbedingungen für die Lehrer zu verbessern. Die vom Senat angebotene Altersermäßigung reiche nicht, betonte die GEW-Vorsitzende Sigrid Baumgardt.

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