Schule : Suchtprävention für Schüler beginnt bei den Eltern

Weil immer mehr Kinder schon ab zehn Jahren zu Suchtverhalten neigen, hat das Gesundheitsamt von Tempelhof-Schöneberg gemeinsam mit der Berliner Fachstelle für Suchtprävention ein bislang einzigartiges Pilotprojekt gestartet: An drei Schöneberger Grundschulen werden Eltern durch Sozialpädagogen und Suchtberater geschult, um mit ihren Kindern kompetent über drohendes Suchtverhalten zu sprechen. Alkohol-, Tabak-, aber auch Computersucht sollen so vermieden werden. In den Kursen geht es etwa um die Wirkung von Sucht oder auch um mögliche Beratungsstellen.

„Studien belegen, dass sich die meisten Kinder Gespräche mit ihren Eltern über das Thema wünschen“, sagt die grüne Bezirksstadträtin Sibyll Klotz. „Doch statt Gesprächen erleben sie oft eine große Sprachlosigkeit. Dabei sind Eltern für die Kinder immer noch die wichtigsten Bezugspersonen.“ Durch das Projekt sollen die Eltern in ihrer Verantwortung und Vorbildfunktion gestärkt werden, so Klotz.

Schulleiter und Elternvertreter der Grundschulen, an der die von der AOK finanzierten Kurse derzeit stattfinden, berichteten am Freitag von ersten Erfahrungen mit dem Projekt. Etwa 40 Eltern hätten sich bislang an den Schulungen beteiligt, hieß es. Bislang richtet sich das Angebot an Eltern, deren Kinder in die 6. Klasse gehen und am Beginn der Pubertät stehen.

Schirmherrin ist die als „Super-Nanny“ bekannt gewordene Pädagogin Katharina Saalfrank. Wissenschaftler der Freien Universität werden das Projekt in den nächsten Wochen begleiten. Sollte es sich bewähren, ist eine Ausdehnung auf weitere Schulen geplant. das, pth

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