Schule : Superbreite jetzt auch für große Trucks

Statt der Zwillingsbereifung nur noch ein Reifen mit neuem Notlaufsystem

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Superbreitreifen für große Trucks – das ist weder ein dummer Witz noch irgendwelche Spinnerei, sondern wird jetzt für den Actros von MercedesBenz Wirklichkeit. Denn als Alternative zu den bislang üblichen Zwillingsreifen an der angetriebenen Hinterachse gibt es künftig sowohl für die Sattelzugmaschinen 4 x 2 als auch die Pritschenwagen 4 x 2 und 6 x 2, die mit V6-Motoren ausgestattet sind, Bridgestone-Superbreitreifen Greatec Mega Drive der Dimension 495/45 R22,5. Diese breiten Reifen bieten eine Fülle von Vorteilen – beim Gewicht, dem Kraftstoffverbrauch und der Sicherheit.

Denn das von DaimlerChrysler zusammen mit Bridgestone entwickelte neue Reifenkonzept verfügt zugleich auch über ein völlig neues Sicherheitssystem. Das nennt sich „Aircept“ und ist ein für Lastkraftwagen bislang einmaliges Notlaufsystem. Denn selbst bei einem etwaigen Reifenplatzer bietet es sowohl bei Geradeausfahrt als auch in der Kurve die Sicherheitsreserven der bislang übliche Zwillingsbereifung. Darüber hinaus allerdings erlaubt es die Weiterfahrt bei stabilen Fahreigenschaften über eine Strecke von rund 25 Kilometer bei etwa 60 km/h – und das genügt in aller Regel, die nächste Werkstatt zu erreichen.

„Aircept“ steht für „assistant inner ring interceptor“, der im Innern des Reifens an der Felge liegt. Sinkt der Reifendruck um mehr als 1,5 bar, dann aktiviert sich das System. Ein im Reifen befindlicher Sicherheitsschlauch dehnt sich aus, um die Belastung auszugleichen und das Fahrzeug stabil zu halten. Ergänzt wird „Aircept“ durch ein Reifendruck-Kontrollsystem, das permanent den Luftdruck in den Reifen überwacht und den Fahrer bei Unregelmäßigkeiten warnt.

Fahrzeuge, die mit Breitreifen und dem neuen Sicherheitssystem „Aircept“ unterwegs sind, müssen normalerweise keinen Ersatzreifen mitführen. Das bedeutet eine Einsparmöglichkeit von rund 120 Kilogramm. Addiert man dazu die rund 80 Kilo Gewichtsvorteil, die der neue Breitreifen gegenüber herkömmlichen Zwillingsbereifungen bietet, dann summiert sich der Nutzlastgewinn auf immerhin 200 Kilo.

Schließlich schlägt auch der niedrigere Rollwiderstand der neuen Breitreifen zu Buche – mit einer Verbrauchseinsparung von etwa 0,5 l/100 km gegenüber so genannten Energy-Reifen und mit sogar rund 1,5 Liter weniger gegenüber den herkömmlichen Standardreifen. Das ist auf den ersten Blick nicht allzu viel. Aber für die Speditionsbranche, in der zwangsläufig mit sehr spitzem Bleistift gerechnet werden muss, addieren sich auch diese kleinen Beträge im Laufe des Jahres auf ganz beachtliche Summen.

Allerdings verlangen die neuen Reifen auch ein neues Servicesystem. Denn im Unterschied zu den konventionellen Zwillingsreifen kann ein Lkw-Fahrer die neuen Superbreitreifen für Trucks ohne spezielle Hilfsmittel nicht mehr wechseln. Deshalb haben Bridgestone und DaimlerChrysler einen Pannenservice aufgebaut. Und wenn der im Notfall einmal benötigt wird, dann ist entlang der großen europäischen Fernstraßen ein Bridgestone Truck Point Händler spätestens nach zwei Stunden zur Hilfe vor Ort. ivd

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