Umfrage : Bei der Schulspeisung ist die Stadt noch geteilt

Eine Umfrage zum Essensangebot in Berliner Schulen zeigt, dass weiterhin viel verbessert werden kann. Schüler nehmen nicht am Mittagessen teil, weil es ihnen entweder nicht schmeckt, sie zu Hause versorgt werden oder es ihnen zu teuer ist.

Jana Peters
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Mahlzeit. Wie an der Spreewald-Grundschule in Schöneberg wird mittlerweile an 98 Prozent der Grundschulen ein Mittagessen...Foto: Thilo Rückeis

Berlin - Die meisten Berliner Schulen bieten ihren Schülern ein warmes Mittagessen an. Jedoch bestehen auch 20 Jahre nach dem Mauerfall große Unterschiede zwischen dem ehemaligen Osten und Westen. Das ergab eine Umfrage zur Schulverpflegung der Krankenkasse AOK in Zusammenarbeit mit der Vernetzungsstelle Schulverpflegung und der Bildungsverwaltung. Darüber, wie die Idee einer Verpflegung an den Schulen umgesetzt wird, lagen bisher keine Angaben vor.

Alle 816 allgemeinbildenden Schulen Berlins wurden angeschrieben, über die Hälfte schickte den ausgefüllten Fragebogen zurück. Daraus ergaben sich große Unterschiede zwischen Grund- und weiterführenden Schulen. Bieten 98 Prozent der Grundschulen ein Mittagessen an, sind es bei den weiterführenden Schulen nur noch 56 Prozent. Im ehemaligen Ostteil der Stadt gibt es an 89 Prozent der weiterführenden Schulen eine Schulspeisung, im ehemaligen Westteil trifft das nur auf ein Drittel von ihnen zu.

Ein vorhandenes Angebot bedeutet jedoch nicht, dass es auch von allen Schülern genutzt wird. An den Grundschulen nimmt über die Hälfte der Schüler an der Schulspeisung teil. In den weiterführenden Schulen im ehemaligen Ostteil beteiligen sich 18 Prozent am Angebot, im ehemaligen Westteil nimmt nur jeder zehnte Schüler am Mittagessen teil. Je älter sie sind, desto seltener nutzen sie das Mittagsangebot der Schule, von 71 Prozent der Grundschüler zu zwölf Prozent bei den Gymnasiasten.

Aus den Fragebögen ging außerdem hervor, dass Schüler nicht am Mittagessen teilnehmen, weil es ihnen entweder nicht schmeckt, sie zu Hause versorgt werden oder es ihnen zu teuer ist.

Erhard Laube von der Bildungsverwaltung empfand es als „Meilenstein, dass so viele Kinder an der Schulspeisung teilnehmen.“ Gemeinsames Essen und Aneignen einer Esskultur müsse ein Teil des Lernens in der Schule sein. Dafür braucht es aber auch Zeit - und die haben die meisten Schüler nicht. Nur 17,5 Minuten haben sie zum Essen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 60 Minuten Mittagspause. 89 Prozent der Schulen liegen unter dieser Vorgabe. Auch die Speisepläne wurden von der DGE ausgewertet. Dabei kam heraus, dass zu selten Seefisch, Vollkornprodukte und Rohkost auf die Teller der Kinder kommen.

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