Schule : Und alle sind richtig sportlich

Schon an diesem Wochenende beginnt der Verkauf für die neue Generation des Audi A4

Ingo von Dahlern

Das Gesicht der neuen Generation von Audi mit dem charakteristischen Singleframe-Kühlergrill tragen nun alle Klassen aus Ingolstadt. Denn nach dem A8 L 6.0 Quattro, dem neuen A6 und dem erst kürzlich gestarteten A3 Sportback tritt nun auch die neue Generation des Audi A4 mit der neuen Front an. Die wirkt kraftvoller und mit den neuen Scheinwerfern auch breiter und lässt den neuen A4 so richtig satt auf der Straße stehen. Das gilt auch für das Heck mit seinen weiter unten sitzenden zweiteiligen Leuchten, die ebenfalls die Horizontale betonen.

Bereits an diesem Wochenende beginnt der Verkauf und Anfang November wird der neue A4 als Limousine und am Monatsende dann auch als Avant bei den Händlern eintreffen. Nur kurz danach folgt dann mit dem S4 die Sportwagen-Variante. Doch sportlich sind bereits die normalen Limousinen. Denn Audi hat sich das Ziel gesetzt, mit dem A4 das sportlichste Modell in der Mittelklasse anzubieten. Das gelingt besonders überzeugend bei den Varianten, die in der neuen Generation des A4 Motorentechnik der Oberklasse bieten.

Es war ein neuer A4 3.0 TDI quattro mit dem S Line Sportpaket, mit dem wir erste Erfahrungen mit dem neuen A4 sammelten – ein Diesel also. Aber was für ein Diesel. Bislang treibt dieser neu entwickelte Dreiliter-Sechszylinder mit Common Rail und seinen wegweisenden Piezo-Injektoren die großen Limousinen A8 und A6 an. Dem dazu vergleichsweise kompakten A4 verleiht er ein solches Temperament, dass man gar nicht glauben möchte, mit einem Diesel unterwegs zu sein. Denn die 150 kW (204 PS) sowie das bereits bei 1400/min verfügbare höchste Drehmoment von 450 Nm lassen diesen eigentlich ganz normalen Mittelklasse-Diesel binnen 7,2 Sekunden Tempo 100 und maximal 235 km/h erreichen. Wann immer man das Gaspedal tritt, macht diesen Auto einen kräftigen Sprung nach vorn. Das sind selbst im Umfeld von Sportwagen nicht alltägliche Leistungen, die zudem mit einer verblüffenden Souveränität mit kaum hörbarem Motorgeräusch erbracht werden, das bei höherem Tempo in den Abrollgeräuschen der Reifen und den Windgeräusche untergeht.

Als wir die Autobahnen um München verließen und die Fahrt auf immer kurviger werdenden Landstraßen des Voralpenlandes fortsetzen, konnte sich nicht nur der Motor beweisen, sondern vor allem auch das Fahrwerk des neuen A4, der im Unterschied zum A3 vorn längs eingebaute Motoren hat. Beim Fahrwerk, das mit zahlreichen Aluminium-Komponenten besonders leicht ist, setzt man vorn auf eine Vierlenker-Achse, die zahlreiche Komponenten vom A6 und S4 übernimmt, und hinten auf die so genannte Trapezlenker-Achse, die zu den komplexesten und effizientesten Hinterradaufhängungen der Gegenwart zählt. Das zeigt sich darin, dass man den neuen A4 selbst in betont flott durchfahrenen Kurven stets sicher in der Hand hat, er willig der Lenkung folgt und problemlos beherrschbar ist und somit Fahrfreude pur bietet. Und das auch noch in Verbindung mit einem hohen Fahrkomfort.

Für den Fall, dass unerwartete Fahrbahnbedingungen, schwierige Verkehrssituationen oder auch eine Fehleinschätzung des eigenen Fahrkönnens den Lenker in Schwierigkeiten bringen, steht die neueste Generation der Fahrdynamikregelung ESP bereit, die solche Systeme wie das ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent, die Antriebsschlupfregelung ASR und die Elektronische Differenzialsperre EDS integriert und – ihm Rahmen der Gesetze der Physik – ein Fahrzeug, das außer Kontrolle zu kommen droht, wieder auf Kurs bringt.

Noch einen zweiten neuen Motor konnten wir erproben – den kleineren der beiden neu konstruierten Benzin-Direkteinspritzer, den 2,0T FSI, der zugleich der erste seiner Art mit Turboaufladung ist. Ein mit seinen 147 kW (200 PS) nicht weniger faszinierendes Triebwerk als der Dreiliter-Turbodiesel. Obwohl Vierzylinder, brilliert er mit seinen zwei Ausgleichswellen mit einem exzellenten Schwingungsverhalten, läuft absolut vibrationsfrei und liefert zwischen 1800 und 5000/min konstant ein Drehmoment von 280 Nm. Das macht in anzugsstark, lässt ihn bei jeder Drehzahl spontan auf Gaspedalbewegungen reagieren und ist die Basis für höchste Elastizität. Mit 7,3 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 243 km/h zeigt auch diese Variante des A4 ausgeprägte Sportwagenqualitäten.

Allerdings haben beide Varianten auch ihre Preise. Die beginnen bei 30 400 Euro für den 2.0T FSI, der als Quattro mit Sechsgang-Schaltgetriebe 32 700 Euro kostet. Und 35 900 Euro muss man für den 3.0 TDI als Quattro mit Sechsganggetriebe zahlen. Die Preise für den A4 beginnen allerdings schon bei 23 900 Euro für das Basismodell A4 1.6 mit 75 kW (102 PS). Und auch für diesen Preis bekommt man mit der neuen Generation des A4 beachtlich viel Auto. Denn der bewährte Vierzylinder lässt den A4 binnen 12,2 Sekunden Tempo 100 und maximal 190 km/h erreichen – ein durchaus flottes Auto also, das mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,7 l/100 km auch sparsam ist.

Insgesamt bietet Audi für den neuen A4 , den es sowohl als Limousine als auch als Avant gibt, neun Triebwerke, zwei Schaltgetriebe, eine klassische Sechsgang-Automatik und die stufenlose Multitronic an. Alle Motoren, auch die Diesel also, erfüllen die Abgasnorm EU4. Und neben Frontantriebsmodellen gibt es zahlreiche Versionen auch mit permanentem Allradantrieb.

Als Serienausstattung haben alle Modelle zum einen eine umfangreiche passive Sicherheitsausstattung mit Front-, Seiten- und Kopfairbags, fünf Kopfstützen, darunter erstmals zwei aktive für die Vordersitze, durchweg Automatikgurte sowie Gurtstraffer vorn und Isofix-Kindersitzbefestigungen sowie als aktive Sicherheitsausstattung das moderne ESP mit den bereits genannten Unterfunktionen. Zur Komfortausstattung zählen unter anderem eine Zweizonen-Klimaautomatik, elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, ein in Höhe und Neigung verstellbares Lenkrad, die Servolenkung, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, Nebelscheinwerfer und eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.

Und der neue A4 sieht auch innen gut aus. Das gilt für die dort verarbeiteten Werkstoffe und deren hohe Verarbeitungsqualität, für das sehr aufgeräumte Armaturenbrett und die eleganten Dekoreinlagen aus gebürstetem Aluminium.

FAZIT

Ein rundum ein wenig gewachsenes Mittelklasseauto in Premium-Qualität mit elegantem neuen Design, ausgeprägt sportlichen Fahreigenschaften und gutmütigem Fahrwerk .

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