Schule : Verjüngungskur für einen Schweden

Saab hat seinem größten Modell, dem 9-5, ein üppiges Facelift spendiert

Ingo von Dahlern

Einen so gewaltigen Designsprung wie beim 9-5 hat Saab lange nicht gewagt. Dessen gründlich überarbeitete Version, die am ersten Dezemberwochenende zu den Händlern kommt, wirkt so dynamisch wie bislang keines der Autos der schwedischen Premiummarke. Mit breitem Grill, markantem Lufteinlass darunter und weit in die Flanken reichenden neuen Scheinwerfern hat der 9-5 ein gründlich verändertes Gesicht erhalten.

Dazu gehören auch neu gestaltete Stoßfänger einschließlich einer neuen Frontschürze. Das Heck zeigt mit ebenfalls neuem Stoßfänger und neuen Leuchten eine mehr als bisher die Breite des Fahrzeugs betonende Optik. Sie lehnt sich im Frontbereich unverkennbar an die Studie Saab 9X an und deutet darauf hin, welche Richtung das Saab-Design künftig wohl einschlagen wird.

Ebenfalls neu gestaltet zeigt sich der Innenraum mit weichen Kurven und fließenden Formen. Unter dem Motto „Black Room“ sind die Verkleidung der Instrumententafel und der B-Säule, die Türverblendungen und die Bodenmatten in Schwarz gehalten. Sie bilden zugleich einen Kontrast zu den Silbertönen am Dachhimmel sowie den A- und B-Säulen. Anklänge an ein Flugzeugcockpit zeigt die geschwungene Instrumententafel. Das Zündschloss hat, wie könnte es bei Saab auch anders sein, weiterhin seinen traditionellen Platz auf der Mittelkonsole. Der gesamte Innenraum wirkt hochwertig sowohl bei den eingesetzten Materialien als auch der Verarbeitung.

Überarbeitet hat Saab auch viele technische Details, insbesondere das Fahrwerk und die Motoren. Mit verbreiterter Spur und einer komplett überarbeiteten Abstimmung zeigt sich das Fahrwerk spürbar sportlicher, ohne dass man deswegen auf den gewohnten Fahrkomfort verzichten muss. Dank dieser Optimierung kann man das erhöhte Leistungspotenzial des Spitzentriebwerks im Saab 9-5 Aero nutzen. Es leistet nun 191 kW (260 PS) und verhilft dem größten Saab zu sportiven Fahrleistungen. Das bedeutet 6,9 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 250 km/h bei einem höchsten Drehmoment von 350 Nm, die dank Overboost kurzfristig auf 370 Nm gesteigert werden können. So macht der 2,3-Liter-Turbo auf Wunsch einen regelrechten Satz nach vorn.

Auch der aus dem 9-3 bekannte 1,9-Liter-Turbodiesel mit 110 kW (150 PS) kommt jetzt im 9-5 zum Einsatz. Mit 10,1 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 205 km/h verleiht er dem Saab 9-5 eine überraschende Dynamik und macht ihn mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,4 Litern bei der Limousine und 6,8 Liter beim SportCombi zugleich sehr sparsam. Der Turbodiesel ist mit einem wartungsfreien Partikelfilter ausgestattet und erfüllt die Abgasnorm EU4.

Die weiteren drei Benziner, die Saab für den 9-5 anbietet und die wie alle Benziner Turbomotoren sind, sind der Zweiliter mit 110 kW (150 PS) und die beiden 2,3-Liter mit 136 kW (185 PS) und 162 kW (220 PS). Kombiniert sind diese Motoren wahlweise mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe oder einer Fünfgang-Automatik.

Zu den besonderen Eigenschaften aller Saab-Modelle gehört eine umfangreiche Sicherheitsausstattung. So haben alle Saab 9-5 als Serienausstattung die Fahrdynamikregelung ESP mit den Zusatzfunktionen TCS (Traktionskontrolle) und ABS mit EBD (elektronischer Bremskraftverteilung). Außerdem gibt es zweistufige Frontairbags und kombinierte Kopf- und Brustairbags sowie für die Vordersitze aktive Kopfstützen, die das Verletzungsrisiko für die Halswirbelsäule minimieren. Für das Fixieren von Kindersitzen gibt es Isofix-Befestigungen. Die Preisskala für den Saab 9-5 reicht von 30 450 bis 39 900 Euro – die SportCombi-Versionen kosten jeweils 1050 Euro mehr.

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