Schule : „Verlängerte Warnblinker“

Companion warnt künftig auf italienischen Autobahnen

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Autobahnen gehören zwar zu den sichersten Straßen – doch auch auf ihnen geschehen zahlreiche Unfälle. Viele davon allerdings ließen sich vermeiden, würde der Nachfolgeverkehr rechtzeitig und wirksam vor möglichen Gefahrenstellen auf der Strecke gewarnt. Um solche Frühwarneffekte zu erzielen, entwickelte BMW sein Warn und Informationssystem Companion, das inzwischen mit dem Partner Ruetz Traffic Systems zur Serienreife gebracht wurde und künftig zwei je 20 Kilometer lange Teilstücke auf norditalienischen Autobahnen entschärfen wird. Herzstück dieses Systems, das erstmals 1996 auf der Autobahn A92 München– Deggendorf zwischen dem Autobahnkreuz Neufahrn und der Ausfahrt Flughafen im Feldversuch getestet wurde, sind Leitpfosten, die bei Gefahr Lichtsignale abgeben und die Autofahrer als „verlängerter Warnblinker“ gewissermaßen direkt am Ort des Geschehens warnen.

Ausgelöst werden die Lichtsignale von einer Verkehrsrechnerzentrale auf Grund der dort eingehenden Störungsmeldungen, die zum Teil von den Warnpfosten übermittelt werden, die in ihrer heutigen Ausführung über Lichtwellenleiter mit der Verkehrsleitzentrale verbunden sind. In die Pfosten integriert sind Radarsensoren, die den Verkehrsfluss überwachen und zusätzliche Nebelsensoren, die die Sichtweite messen. Das System arbeitet vollautomatisch, kann aber, wenn der Verkehrszentrale Unfallmeldungen, Meldungen über Pannenfahrzeuge oder andere Informationen über Gefahren auf der Strecke vorliegen, auch gezielt aktiviert werden. Schon die ersten Tests vor mehr als einem halben Jahrzehnt in Bayern zeigten, dass die Autofahrer bei aktivierter Warnung das Tempo spürbar verminderten und die Sicherheitsabstände vergrößerten. Diese Effekte trugen zur Beruhigung des Verkehrsflusses bei. Das erlaubt den Rückschluss, dass die Autofahrer auf die Companion-Signale reagieren und sich auf eine, wenn auch unbekannte, Gefahr einstellen.

Erstmals in Italien bewährt hat sich das System auf der Strecke Montebello–Soave, wo es seit der Inbetriebnahme vor drei Jahren rund 50 Mal vollautomatisch ausgelöst wurde. Künftig wird es auf einem rund 20 Kilometer langen besonders unfallgefährdeten Teilstück der Autobahn A4 südlich des Gardasees zwischen Sirmione und Sommacampagna mit 15 Radarsensoren und 18 Nebelsensoren Verkehrsfluss und Sichtweite überwachen. Mit fast gleicher Bestückung geht Companion auf einem zweiten ebenfalls rund 20 Kilometer langen Teilstück der A4 zwischen Grisignano und Padova Est, das vor allem durch starken Nebel gefährdet ist, in Betrieb.

Das Companion-Warnsystem ist in umfangreichere Anlagen zur Verkehrsüberwachung integriert, zu denen unter anderem auch Schilderbrücken mit situationsabhängig gesteuerten Verkehrszeichen und Videokameras mit Bilderkennung gehören. Ziel ist es, zum einen die Verkehrssicherheit zu erhöhen und durch eine Harmonisierung des Verkehrsflusses und damit des Verkehrsdurchsatzes zugleich die Wirtschaftlichkeit der Schnellstraßen zu verbessern. ivd

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