Schule : Vor der großen Reise im Juni zum Reifencheck 2003

-

DER SICHERHEITSTIPP

Ein Kratzer im Lack tut den meisten Autofahrern weh, kleine Beulen im Karosserieblech sind für viele fast schon eine Katastrophe – aber ein kleiner Riss in der Flanke eines Reifens, der beim zu flotten Bordsteinparken beschädigt wurde, wird klaglos hingenommen. Dabei sind einwandfreie Reifen eine der wichtigsten Voraussetzungen für sicheres Fahren – nur bewusst ist das viel zu wenigen Autofahrern. Wie könnte es sonst passieren, dass jeder zehnte Autofahrer mit zu geringem Luftdruck unterwegs ist, bei vier Prozent aller Fahrzeuge die Reifen über die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter hinaus abgefahren sind und zwei Prozent der Reifen sogar in der falschen Laufrichtung montiert sind – ganz abgesehen davon, dass von den im Fahrzeug mitgeführten Reservereifen dreizehn Prozent nicht verwendungsfähig sind.

Da kann man es nur begrüßen, dass der Deutsche Verkehrssicherheitsrat zusammen mit Partnern aus Reifenindustrie, Reifenhandel und Fachhandwerk in diesem Jahr bereits zum vierten Mal rechtzeitig vor Beginn der Hauptreisesaison vom 1. bis 30. Juni zum unentgeltlichen Reifencheck bei immerhin 25 000 Prüfstellen (Adressen unter www.reifencheck2003.de ) einlädt. Hier werden Luftdruck, Profiltiefe und der Gesamtzustand der Reifen fachmännisch geprüft, festgestellt, ob die Ventile durch Ventilkappen vor Schmutz geschützt sind, Beschädigungen an den Reifenflanken begutachtet und auch das Alter der Reifen kontrolliert.

Schwerpunkt des Reifenchecks 2003 ist der korrekte Luftdruck. Denn 90 Prozent aller schweren Reifenschäden gehen nach der Erfahrung von Experten auf zu niedrigen Luftdruck zurück. In der Stadt, wo man meist nur kurze Weg fährt, ist das Risiko zwar weniger hoch. Aber bei schneller Autobahnfahrt kann sich ein Reifen mit zu wenig Druck schnell aufheizen und Temperaturen von mehr als 100 Grad erreichen. Dann kann es passieren, dass sich bei flotter Fahrt plötzlich die Laufflächen lösen oder der Reifen platzt. Für einen Alltagsfahrer, der weder Erfahrung noch Übung darin hat, ein Fahrzeug in solcher Situation abzufangen und zum Stand zu bringen, bedeutet das meist einen schweren Unfall.

Aber auch wenn es nicht dazu kommt, dass sich der Reifen gleich auflöst, kann Überhitzung gefährlich werden. Denn eine teilweise gelöste Lauffläche verbindet sich nicht mehr mit dem Unterbau – der Reifen ist vorgeschädigt. Wird ein solcher Reifen dann selbst mit korrektem Luftdruck bei flotter Fahrt hart gefordert, kann dieser Vorschaden fatale Konsequenzen haben.

Korrekter Luftdruck ist aber auch aus anderen Gründen wichtig. Zum einen für die Fahrsicherheit. Denn die beim Lenken und bei Kurvenfahrt wirksamen Kräfte können nur dann optimal beherrscht werden, wenn der Reifen den richtigen Druck hat. Und der muss bei einem voll besetzten und beladenen Urlaubsauto um 0,2 bar höher sein als beim leeren und nur mit dem Fahrer besetzten Auto. Geprüft wird der Druck übrigens nur am kalten Reifen. Misst man bei einer Tankpause nach flotter Autobahnfahrt bei erwärmten Reifen einen höheren Druck, dann darf der auf keinen Fall vermindert werden. Und schließlich entlastet korrekter Reifendruck auch das Portemonnaie – denn schon 0,2 bar zu wenig Druck bedeuten ein Prozent mehr Spritverbrauch und eine zehn Prozent geringe Reifenlebensdauer. ivd

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben