Pläne des Senats scheitern am Beamtenrecht.

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Vorbild Neukölln : Bürgermeister Schulz träumt vom Campus Kreuzberg
Blick auf die St.- Thomas- Kirche am Mariannenplatz.
Blick auf die St.- Thomas- Kirche am Mariannenplatz.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

„Der Vergleich mit dem Campus Rütli hinkt“, dämpft denn auch Koordinatorin Emine Basaram zu große Erwartungen. Sie verweist aber auf „Werkstattgespräche“ zwischen allen Beteiligten. Gemeinsam sei man entschlossen, die Entwicklung des Campus „vom Kind her“ zu denken. Im Übrigen gebe es bereits eine „enge Kooperation“ mit der Sekundarschule an der Skalitzer Straße.

Hier könnte allerdings ein Problem des Campus liegen. „Der Schule an der Skalitzer Straße steckt ja noch die Fusion zwischen Eberhard-Klein- und Zelter-Hauptschule in den Knochen“, gibt ein Bezirkspolitiker zu bedenken. Gemeint ist damit das Desaster bei der Besetzung des Schulleiterpostens: Die Senatsverwaltung wollte den Leiter der erfolgreichen Zelter-Schule installieren, was aber am Beamtenrecht scheiterte. Die Schule gilt weiterhin als Problemfall, weshalb die Senatsverwaltung sich auch weigerte, ihr eine Oberstufe zu geben. So hatte sich der Bezirk das eigentlich nicht gedacht.

Womit man wieder beim Ausgangsthema wäre: bei der Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit und der Gerhart-Hauptmann-Schule. Bevor dort am Wochenende Asylbewerber und ihre Unterstützer einzogen, gab es ein Interessenbekundungsverfahren für das leer stehende Gebäude. Bürgermeister Schulz nennt zwei Anwärter: ein Geburtshaus und die Freie Schule Kreuzberg. Außerdem sei ein soziokulturelles Zentrum geplant. „Wir wollten das Gebiet der Bevölkerung anbieten“, berichtet Schulz. Im Sommer 2013 sollte das Bürgerbeteiligungsverfahren beginnen. Durch die Besetzung steht nun alles infrage.

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Belehrte Eltern

Für die Freie Schule wird es eng, weil ihr bisheriger Mietvertrag gekündigt wurde. Allerdings braucht sie nur wenig Platz: Sie hat von Klasse 1-6 nur insgesamt 32 Schüler. Einen bitteren Nachgeschmack hätte die Vergabe an die Freie Schule für die rund 100 Eltern, die vor einigen Jahren am selben Ort eine Evangelische Schule gründen wollten. Sie wurden damals abgewiesen. Stattdessen bekam ein Drogenstützpunkt im Vorderhaus den Zuschlag. Ähnlich erfolglos waren die evangelischen Eltern im Bergmann-Kiez, wo die ehemalige Rosegger-Schule seit 2004 leer stand. Dort durfte die Global Music Academy einziehen. Über die Vertragsbedingungen wird „seit Jahren“ verhandelt, heißt es im Bezirksamt. Dabei sollte der Hochschulbetrieb längst beginnen – eigentlich.

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