Schule : VW Passat: Beliebter Packesel

Roland Koch

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Es gibt wohl kaum ein zweites Mittelklasse-Auto, bei dem die Karosserieform über das Wohl und Wehe so sehr entscheidet wie beim Passat von Volkswagen: Sind die Variant genannten Kombi-Modelle auf der Beliebtheitsskala der Autofahrer ganz oben angesiedelt, so haben die klassischen Limousinen auf dem Gebrauchtwagen-Markt deutlich schlechtere Chancen. Der Passat ist ein klassisches Familienauto, bei dem jeder Zentimeter Platz zählt – und der gute Ruf. Doch mit letzterem hatte der Passat lange Zeit zu kämpfen. Die tatsächliche Qualität des geräumigen Wolfsburgers entsprach dem Image nicht.

Den VW Passat gibt es mit einer breit gefächerten Motorenpalette. Sie beginnt bei dem 1,6-Liter-Benzinmotor mit 74 kW (100 PS) und endet bei dem 2001 eingeführten Passat W 8 mit 202 kW (275 PS). „Insbesondere die Modelle mit den Turbodieselmotoren sind bei den Käufern beliebt. Sie sind recht raue Gesellen, aber verbrauchsarm“, sagt Carsten Bräuer, Niederlassungsleiter der Dekra in Berlin. Doch sollte man sich von dem hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad des VW Passat nicht täuschen lassen, meint der Dekra-Experte. In der Vergangenheit offenbarten Tests immer wieder kleinere Unzulänglichkeiten in Form von Knarrgeräuschen aus der Karosserie oder quietschenden Sitzgestellen. „Die Radlager und die Zentralverriegelung zählten zu den typischen Schwächen und in der Pannenstatistik fielen insbesondere die Passat mit TDI-Motoren durch defekte Steuergeräte oder gerissene Zahnriemen auf.“

Auch im Bereich der Hauptuntersuchungen ist die Baureihe VW Passat kein wirklicher Musterknabe. „So fällt bereits bei den dreijährigen Fahrzeugen immer wieder eine überdurchschnittliche Mängelquote im Bereich der Beleuchtung und der Bremsanlage auf“, sagt Bräuer. „Im Zuge der Modellwechsel wurden jedoch viele dieser Mängel behoben, insbesondere bei Fahrzeugen ab dem Baujahr 2000.“ Zum einen wurde das Erscheinungsbild des Passat deutlich aufgefrischt, zum anderen wurden die TDI-Motoren modifiziert.

Die Tatsache, dass vor allem die Kombi-Modelle mit TDI-Motor stark gefragt sind, führt dazu, dass sie als Gebrauchtwagen recht stolze Preise haben: Ein drei Jahre alter VW Passat Variant TDI kostet ab etwa 12 000 Euro. Die Notierungen für die Variant-Modelle liegen in der Regel zwischen 700 und 1000 Euro über denen der vergleichbaren Limousinen-Modelle.

„Interessenten sollten beim Erwerb der Passat TDI-Modelle insbesondere darauf achten, dass die Service-Nachweise lückenlos sind, und die fälligen Zahnriemenwechsel-Intervalle akribisch eingehalten wurden“, rät Carsten Bräuer. „Ein gerissener Zahnriemen kann zu sehr hohen Folgekosten führen.“ Wer beim Kauf aber darauf achte, ein gepflegtes Exemplar mit einer nicht allzu hohen Laufleistung zu erwerben, habe gute Chancen ein in der Summe zuverlässiges Fahrzeug mit einem hohen Grad an Variabilität zu fahren, an dem man noch mehrere Jahre Freude haben könne.

Gutes Raumangebot, sichere Fahreigenschaften, gute Handlichkeit, standfeste Bremsen

Knackende Geräusche an Vorderachsgelenken, defekte Radlager, Elektrikprobleme, gerissene Zahnriemen und defekte Steuergeräte

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