Schule : Wenn elektronische Helfer mitfahren

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DER SICHERHEITSTIPP

Lastwagen und Busse die auf schneeglatter Fahrbahn nicht mehr vorankommen, Personenwagen, die mit durchdrehenden Rädern nur noch mühsam in Fahrt kommen, Scheeverwehungen und Staus – das Winterwetter fordert die Autofahrer in einigen Teilen Europas derzeit ganz schön heraus. Wer trotz der widrigen Straßenverhältnisse ans Ziel kommen möchte, braucht auf jeden Fall ein entsprechend ausgerüstetes Auto mit Winterreifen und dem nötigen Winterzubehör an Bord, mit Frostschutz in der Scheibenwaschanlage und ordentlichen Scheibenwischern und einer richtig eingestellten Heizungs- oder Klimaanlage. Wer ständig beschlagene oder gar vereiste Scheiben hat, macht irgendeinen schlimmen Bedienungsfehler – vergisst zum Beispiel, dass auf Umluft geschaltet oder die Luftzufuhr nicht eingeschaltet ist.

Ja und dann muss er mit diesem Auto unter winterlichen Bedingungen auch richtig umgehen können. Auch wer diesmal den ersten Winter auf vier Rädern erlebt, wird schnell gelernt haben, dass man Gas und Lenkung jetzt sehr sanft behandeln muss. Vor allem dann, wenn sich auf nicht geräumten Stadtstraßen vor Ampeln richtige Eisflächen bilden, verlangt das Anfahren viel Feingefühl. Auf jeden Fall müssen dabei die Vorderräder geradeaus stehen und am besten kommt man voran, wenn man zum Anfahren den zweiten Gang wählt – Automatikgetriebe mit speziellen Winterprogramm tun das in diesem Programm übrigens von selbst.

Bessere Karten beim Anfahren hat, wer ein Fahrzeug mit Antriebsschlupfregelung oder Fahrdynamikregelung fährt. Denn diese elektronischen Assistenzsysteme sorgen dafür, dass nur so viel Kraft an die Räder weitergeleitet wird, dass sie nicht durchdrehen. Hier kann man deshalb zum Anfahren auch kräftig aufs Gas treten und sogar Vollgas geben – die Elektronik im Hintergrund lässt sich dadurch nicht beirren. Das gilt auch für das Umrunden von Kurven. Geht man das zu schnell an, dann zieht die Elektronik kompromisslos die Bremse, indem sie einfach nicht so viel Gas gibt, wie der Fahrer es eigentlich will. Wer erstmals mit solcher Technik unterwegs ist, wird schnell merken, wie viel wichtiger ESP und ASR und auch ein ABS sind, als attraktive Felgen, Spoiler oder Tuningkits.

Allerdings muss man auch wissen, was die verschiedenen Assistenzsysteme bieteten – zum Beispiel das ABS. Gerade jetzt, wo die Bremswege oft erschreckend lang und die Sicherheitsabstände oft viel zu knapp sind, kann es dabei helfen, trotzdem noch rechtzeitig zum Halten zu kommen – indem man einfach mit aller Kraft auf die Bremse tritt. Probieren Sie es einfach einmal auf glatter freier Strecke. Und nehmen Sie dabei auch ruhig einmal die Hände vom Lenkrad – das Auto bleibt in der Spur!

Eines allerdings können auch die raffiniertesten Assistenzsysteme nicht – die Gesetze der Physik außer Kraft setzen. Wer zu schnell und mit zu geringen Abständen fährt, der kracht in kritischen Situationen trotz ABS auf den Vordermann oder fliegt trotz ESP aus einer viel zu schnell gefahrenen Kurve. Denn die Verantwortung für angemessenes Tempo und die nötigen Sicherheitsabstände kann keine Elektronik abnehmen – die liegt trotz modernster Technik nun einmal beim Fahrzeuglenker. ivd

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