Schule : „Wir brauchten die Lehrer. Der Unterricht musste weitergehen.“

War es richtig, nach der Wende nahezu alle DDR-Lehrer in den Schuldienst zu übernehmen? SPD-Fraktionschef Michael Müller hält diese Frage für „müßig“: „Wir brauchten die Lehrer. Der Unterricht musste ja weitergehen“, sagt er im Rückblick. Allerdings gibt er zu, dass es in einzelnen Punkten „Fehlentscheidungen“ gab. Dazu zählt er etwa die Tatsache, dass es für Lehrer, die in der DDR geblieben waren, nach der Wende leichter war, ihren Beruf weiter auszuüben als für Lehrer, die in den Westen geflohen waren.

Diesen Aspekt bedauert auch der damalige GEW-Vorsitzende Erhard Laube. Darüber hinaus findet er es „fürchterlich“, dass viele Schüler heute die Geschichte nicht kennen. Manchen Lehrern fehle das „kritische Bewusstsein“ in Bezug auf die DDR, findet Laube. Und er hält es auch durchaus für möglich, „dass es Lehrer gibt, die die DDR verharmlosen“. Generell sei es aber richtig gewesen, die Ostpädagogen nach der Wende insgesamt im Schuldienst zu belassen.

Angesichts der Tatsache, dass laut Studie knapp 40 Prozent der Schüler im Osten und 24 Prozent im Westen die Stasi als „ganz normalen Geheimdienst“ bezeichnen, empfiehlt Laube, dass Schulklassen sich Filme wie „Das Leben der Anderen“ ansehen sollten. sve

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