Zöllners Qualitätspaket : Schweres Gepäck – auf dünnem Eis

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Bildungssenator Zöllner begibt sich auf dünnes Eis. Wenn er am morgigen Mittwoch seine Vorschläge zur Qualitätsverbesserung an Schulen vorlegen wird, kann er schon jetzt davon ausgehen, dass die Gegenwehr nicht lange auf sich warten lässt. Längst haben sich die Kritiker in Stellung gebracht: FDP-Bildungsfachfrau Mieke Senftleben lädt direkt im Anschluss die Presse ein, und einige Pädagogenverbände gaben schon im Vorfeld zu erkennen, dass sie die durchgesickerten Vorschläge nicht alle gutheißen (im Gegenteil).

Auch sonst ist mit Komplikationen zu rechnen. So wollen die Schulen, die bei den Inspektionen schlechte Ergebnisse erwarten, – natürlich – eine Veröffentlichung der Inspektionsberichte verhindern. Gegen die Transparenz bei den Vergleichsarbeiten wurde auch schon argumentiert. Viel Phantasie braucht man zudem nicht, sich auszumalen, was eine verstärkte Fortbildungspflicht für Lehrer auslösen würde: zum Beispiel die Forderung nach besseren Fortbildungsangeboten. Was im übrigen nachvollziehbar wäre.

Die GEW sitzt dem Senator mit einer Streikdrohung im Nacken. Ziel ist, die Altersermäßigung für Lehrer wieder zu erkämpfen. Man kann sich vorstellen, was die streikwilligen und altersmüden Lehrer sagen, wenn man ihnen jetzt auch noch mit verschärften Kontrollen, neuen Fortbildungszwängen und einer Pflicht zur Bewertung durch Schüler kommt.

Und doch hat Zöllner keine andere Wahl. Da er kein Geld für Heerscharen junger, motivierter, super ausgebildeter Lehrer und Schulleiter hat, muss er aus dem das Beste machen, was da ist. Er hat sich von einer Expertenkommission beraten lassen, in der immerhin auch drei Schulleiter saßen, also Praktiker. Wer will, dass Zöllner auf seinem dünnen Eis einbricht, muss sagen können, welche Alternativen es zu diesem schwergewichtigen Qualitätspaket gibt.

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