Zu hohe Arbeitsbelastung : Verbeamtete Lehrer drohen mit Streik

Bis zu 2000 Lehrer demonstrierten am Mittwoch gegen zu hohe Arbeitsbelastung älterer Pädagogen. Für einen Streik wird derzeit eine Strategie entworfen.

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Bis zu 2000 Lehrer waren am Mittwoch nach Angaben der veranstaltenden „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ (GEW) auf der Straße, um gegen die hohe Arbeitsbelastung älterer Pädagogen zu demonstrieren. Rose-Marie Seggelke, Vorsitzende der Berliner GEW, wertete den bisherigen Höhepunkt der Aktion „Alte stärken“ der GEW als Erfolg, kündigte am Donnerstag in einer Pressemitteilung aber weitere Aktionen an – darunter auch Streiks: „Zu diesen Maßnahmen sind die älteren Lehrkräfte in Berlin, das wissen wir aus vielen Gesprächen und Versammlungen, ebenfalls bereit.“

Die Bildungsverwaltung zeigte sich davon unbeeindruckt: „Wir verweisen ausdrücklich darauf, dass Beamten nach den hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums das Streikrecht nicht zusteht“, so Sprecherin Beate Stoffers auf Anfrage des Tagesspiegel. Außerdem wandte sich Stoffers gegen die Dramatisierung des Wegfalls der gesetzlich geregelten Altersteilzeit für Beamte im Vorjahr, Auslöser der andauernden Proteste: So sei das freiwillig frühere Ausscheiden aus dem Beruf weiterhin möglich, mehr noch: „Im Regelfall“ wirke es sich auch nicht negativ auf die Pension aus. Diese berechne sich aus dem gesamten Arbeitsleben, wobei die Anspruchs-Obergrenze bei jenen Lehrern, die „nicht erst sehr spät“ in den Lehrerberuf eingestiegen seien, bereits mit 60 Jahren erreicht sei.

GEW-Vorsitzende Seggelke widersprach dieser Darstellung auf Nachfrage heftig: „Wir haben viele Frauen in diesem Beruf, von denen die meisten aufgrund von Babypausen und Kindererziehung nicht auf 40 Jahre Vollbeschäftigung kommen.“ Diesen sei mit dem Wegfall der Altersteilzeit die Möglichkeit eines menschenwürdigen schrittweisen Berufsausstiegs genommen worden. Auch deshalb werde der Streik, für den derzeit die Strategie entworfen werde, notwendig. jos

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