Schule : Zu kleine Schrift oder zu schlechte Augen?

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DER SICHERHEITSTIPP

Es ist zwar richtig, dass die Entfernungsangaben bei italienischen Autobahnen nicht hinter jeder Einfahrt auf einem großen Schild zu lesen sind. Stattdessen gibt es sehr viel kleinere grüne Schilder am Mittelstreifen, die an den unterschiedlichsten Stellen stehen können. Doch lesen kann man auch die. Wenn ihnen das jetzt bei der großen Urlaubsfahrt nicht gelungen ist, dann liegt das wahrscheinlich weniger an der kleinen Schrift als an Ihren Augen. Hat sich deren Sehschärfe in den letzten Monaten vielleicht erheblich verschlechtert, ohne dass sie das so richtig wahrgenommen haben? Denn auf den seit Jahren gewohnten Routen in der Stadt kennt man schließlich so gut wie jedes Schild, muss nicht mehr lesen. Doch nun, in fremder Umgebung, will das Lesen der Schilder nicht mehr so richtig funktionieren.

Allerdings sollte man solche Probleme ernst nehmen. Denn die Augen sind unsere wichtigste Informationsquelle im Straßenverkehr. Sie liefern rund 90 Prozent der für einen Fahrzeuglenker nötigen Informationen Doch nicht immer arbeiten es perfekt. Viele müssen deshalb schon von früher Kindheit an eine Brille tragen. Und bei noch mehr Menschen wird eine Sehhilfe früher oder später im Lauf des Lebens erforderlich. Denn die Fähigkeiten unserer Augen nehmen mit zunehmendem Alter ab.

Rund 300 000 Verkehrsunfälle pro Jahr gehen auf das Konto schlechten Sehens. Besonders hoch ist die durch Sehmängel verursachte Unfallquote bei Überholunfällen. Bei rund einem Drittel sind hier schlechte Augen mit im Spiel. Auch bei Auffahrunfällen bei Dunkelheit spielen die Augen eine entscheidende Rolle – meist durch schlechtes Dämmerungssehen. Denn im Laufe des Lebens trüben sich Linse und Glaskörper ein, sterben Nervenzellen an der Netzhaut ab. So sinkt die Fähigkeit, bei Dunkelheit zu sehen. Die Trübung des Auges lässt auch das Kontrastempfinden abnehmen. Gleichzeitig, steigt die Blendempfindlichkeit. Wenn Sie von einem entgegenkommenden Auto trotz Abblendlicht nur noch die Scheinwerfer wahrnehmen, ist es höchste Zeit für den Gang zum Augenarzt.

Von solchen Mängeln wissen die meisten weniger als von nicht ausreichender Sehschärfe. Viele tragen deshalb auch eine Brille. Aber viele dieser Brillen werden schon seit Jahren getragen, ohne dass zwischendurch einmal eine Kontrolluntersuchung gemacht wurde. Das Ergebnis stimmt nachdenklich, denn jeder vierte kurzsichtige Autofahrer hat die falsche Brille oder falsche Kontaktlinsen. Und viele gar nichts, obwohl ihre Augen längst korrekturbedürftig sind.

Von 40 Jahren an ist unsere Sehkraft in Gefahr. Deshalb empfiehlt es sich, im Abstand von fünf Jahren bis 45, im Abstand von zwei Jahren bis 60 und dann in Abständen von einem Jahr die Augen überprüfen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass auch ernste Erkrankungen des Auges auffallen – wie etwa der grüne und der graue Star. Leider tragen die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Kosten für solche Untersuchungen, die bis zu 55 Euro kosten – eine Investition, die einem Gesundheit und Sicherheit wert sein sollten.

Übrigens: Erkennt ein Augenarzt bei einer Untersuchung Sehmängel, nach denen die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist, dann darf der diese Erkenntnisse nicht an Behörden wie zum Beispiel die Führerscheinstelle weitergeben. ivd

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