Schule : Zu vielen unbekannt – die Betriebsanleitung

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Sie war zwar nicht so groß wie in den Zeiten der großen Ferien. Aber die erste Reisewelle des Jahres zu den Winterferien ist bereits vorüber. Für viele waren die Fernfahrten angesichts der besonders widrigen Witterungsbedingungen nicht unbedingt eine Freude. Besonders unangenehm waren bei zum Teil bitterer Kälte Pannen, die einen an den Straßenrand zwangen. Und wenn dort nicht ausreichend Raum vorhanden war und man den fließenden Verkehr behinderte, war das Anhalten mit großen Risiken verbunden – vor allem bei schlechten Sicht und Lichtverhältnissen.

Wenn man dann etwa einen Reifen wechseln musste, gab es in vielen Fällen ernste Probleme, weil man zum Beispiel Werkzeuge nicht fand, nicht wusste, wo der Wagenheber angesetzt werden muss beziehungsweise gar nicht erst zum Schraubenschlüssel griff, weil der über lange Zeit vernachlässigte Ersatzreifen sowieso ohne Luft war.

Viele der Pannen oder Belästigungen des übrigen Verkehrs bis zur Gefährdung der eigenen Sicherheit wären allerdings vermeidbar gewesen, wenn man sein eigenes Fahrzeug oder auch seine Bedienelemente ein wenig besser gekannt hätte. Aber dafür hätte man eben einmal in jenem zu jedem Auto gehörenden Büchlein lesen müssen, das sich Betriebs- oder auch Bedienungsanleitung nennt. Zugegeben, auch heute noch sind diese Bedienungsanleitungen nicht bei allen Herstellern ideal gegliedert, ihre Lektüre oft kompliziert und nicht gerade spannend. Aber wer ehrlich ist und sich nach einer Panne Gedanken macht, ob sie unbedingt nötig war, wird oft zu dem Ergebnis kommen, dass man sie hätte vermeiden können. Dann wäre der Keilriemen, der schon öfter nach dem Anlassen des Motors unangenehme Quietschgeräusche von sich gab, wahrscheinlich nicht gerissen, weil man ihn geprüft und gemerkt hätte, dass seine Spannung nicht mehr stimmt. Und dann hätte man auch gewusst, dass die langsam in gefährliche Höhen steigende Temperatur des Kühlwassers eigentlich sofortiges Anhalten verlangte. Dann wäre der Motor auch nicht überhitzt und schließlich so schwer beschädigt worden, dass neben einem Urlaubstag für den Werkstattaufenthalt auch noch ein großer Teil der Reisekasse verloren ging.

In der Betriebsanleitung kann man auch nachlesen, wie man den Schalter für die Leuchtweitenregulierung der Scheinwerfer bedient. Dann hätte man mit einem Handgriff die zu hoch stehenden Scheinwerfer justieren und den Gegenverkehr vor Blendung bewahren können.

Erst auf längeren Fahrten merkt man immer wieder, dass man die Bedeutung vieler Anzeigen am Armaturenbrett eigentlich gar nicht kennt und deshalb auch nicht weiß, wie man sich verhalten muss, wenn es plötzlich gelb oder unübersehbar rot leuchtet. Besonders schlimm wird das, wenn man dann überhaupt keine Bedienungsanleitung dabei hat. Sie gehört unbedingt ins Handschuhfach.

Dort allerdings sollte sie nicht für ein Autoleben Ballast sein, sondern hin und wieder auch einmal in die Hand genommen und gelesen werden. Mancher hat dabei schon sehr überrascht entdeckt, dass sein Fahrzeug über technische Ausstattungen verfügt, von denen er bislang noch gar nicht gewusst hat. ivd

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