Schule : Zukunft traf Vergangenheit

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Der eine war das erste Auto, das parallel zum Motorwagen von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach 1886 den Startschuss zur Motorisierung der Menschheit gab – der dreirädrige PatentMotorwagen von Carl Benz. Der andere ist das das Auto der Zukunft - der mit Brennstoffzellen bestückte F-Cell in der Karosserie der A-Klasse. Ein Elektrowagen, der das Kraftwerk für seinen Antriebsstrom an Bord mit sich führt, und als einzige Emissionen reinen Wasserdampf in die Umwelt entlässt. Aufeinander trafen sie dieser Tage in der Berliner Mercedes-Welt am Salzufer, wo die neueste Version des Brennstoffzellen-Autos von DaimlerChrysler ihren ersten Berlin-Auftritt hatte.

Ein Auto, das den Weg in jene Zeit weist, in der Kraftstoffe auf der Basis fossiler Energien, mit deren Nutzung über Jahrmilionen gespeicherte Kohlenstoffe in die Atmosphäre entlassen werden und die dort seit ebenso langer Zeit herrschenden Gleichgewichte immer stärker stören und zu zerstören drohen, abgelöst werden durch moderne Energieträger eine künftigen Wasserstoffwelt. Bis das Realität wird, werden allerdings noch Jahrzehnte vergehen. Erst dieser Tage wagte beim im München veranstalteten 1. Deutschen Wasserstofftag der frühere Automanager und heutige Vorstandsvorsitzende der Linde AG, Dr. Wolfgang Reitzle, die Prognose, dass in etwa vier Jahrzehnten ebenso viele Autos mit Brennstoffzelle wie mit klassischen Verbrennungsmotor auf unseren Straßen rollten könnten.

Aber mit dem F-Cell gab DaimlerChrysler ebenso wie es erst Anfang Juli General Motors und Opel ebenfalls in Berlin mit dem Hy-wire und dem HydroGen3 sehr eindrucksvoll taten, einen durchaus realistischen Ausblick auf jene Zukunft. Und ebenso wie Opels HydroGen3 in der Karosserie des Zafira beeindruckte auch der F-Cell mit flotten Fahrleistungen, die unseren heutigen Autos mit Verbrennungsmotor inzwischen ebenbürtig sind. Wie Opels HydroGen3, so ist auch der F-Cell in der Karosserie der A-Klasse inzwischen reif für die Straße. Wobei man allerdings so ehrlich sein muss, dass dies bislang nur für die Technik dieser Fahrzeuge gilt. Denn bislang noch nicht im Griff hat man die Kostenseite. Noch kann ein normaler Autofahrer ein solches Auto nicht bezahlen.

Die Kosten in den Griff zu bekommen, ist einer der Schwerpunkte der aktuellen Entwicklungsarbeiten an Brennstoffzellen-Autos, von denen zusehends größere Versuchsflotten in den Alltagseinsatz gehen – vor allem in den USA und in Japan. Hier macht man derzeit auch die größten Fortschritte beim Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur. So entstehen sowohl in Michigan als auch in Kalifornien und auch in Japan erste Wasserstoff-Tankstellennetze.

Zu den Erprobungsflotten in Europa gehören auch 30 Brennstoffzellen-Busse in europäischen Großstädten und ein umfassendes Wasserstoff-Programm in Island. Und auch Berlin wird in die Zukunftsplanungen eingebunden. Denn hier soll schon im nächsten Jahr die erste öffentliche Wasserstoff-Tankstelle für künftige Versuchsflotten gebaut werden. ivd

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