Berlin : Schulen in Ost-Berlin: Wo alte Regeln noch immer gelten

Auszug aus der Liste von Fallbeispielen, die der Ost-West-Arbeitskreis dem Schulsenator zusandte:

Ein Schulleiter (Ost) beauftragt einen Lehrer, auf einer Klassenfahrt einen mitreisenden West-Kollegen zu beobachten und darüber einen Bericht zu schreiben.

Eltern erleben, dass Gespräche zwischen ihnen und dem Klassenlehrer von einem Dritten protokolliert werden.

Eine kritische Lehrerin, die zu DDR-Zeiten aus der Schule gedrängt wurde, wird in ihrem Kollegium, sobald sich ihre Biographie herumgesprochen hat, so stark gemobbt, dass sie sich nur noch durch Versetzung "retten" kann.

Das Kollegium eines Gymnasiums bezeichnet sich erfreut als "wessirein", nachdem der letzte West-Lehrer zurückversetzt wurde.

Immer wieder gibt es Probleme im Ost-Abitur: Zweitgutachter aus dem Westen kritisieren oftmals die Gleichförmigkeit und Einseitigkeit der Darstellung.

In den achten Klassen wird wie früher flächendeckend die Jugendweihe vorbereitet. Im Gegensatz zu Lebenskundelehrern werden Religionslehrer oftmals abgelehnt und ausgegrenzt.

Im Schülerbogen wird wie zu DDR-Zeiten festgehalten, ob Eltern an der Elternversammlung teilgenommen haben.

Die Gremien des Schulverfassungsgesetzes wie Eltern- und Schülersprecher werden nur zum Schein installiert, ohne dass sie wirklich einbezogen werden.

Begriffe wie "Elternaktiv" und "Kadergespräch" leben in einigen Schulen fort.

Immer wieder wollen Lehrer aus dem West-Teil den Ost-Teil verlassen, da sie die Situation als nicht mehr hinnehmbar charakterisieren.

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