Schulen : Zahl der Schwänzer rückläufig

Die aktuelle Fehlzeiten-Statistik der Senatsverwaltung für Bildung legt die Zahl der Berliner Schulschwänzer offen und weist dieses Jahr eine überraschende Tendenz auf.

Susanne Vieth-Entus

BerlinMehr als 36.000 Schüler haben im ersten Schulhalbjahr 2006/07 unentschuldigt gefehlt, davon über 5000 mehr als zehn Tage lang. Dies geht aus der aktuellen Fehlzeiten-Statistik der Senatsverwaltung für Bildung hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt. Demnach bilden die Haupt- und Sonderschüler weiterhin die größte Problemgruppe. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl der Schulversäumnisse allerdings leicht rückläufig.

Die Bildungsverwaltung fragt die Zahl der Fehltage sehr detailliert ab, was bundesweit einzigartig ist. Danach haben immerhin 70.000 der 310.000 Schüler keinen einzigen Unterrichtstag versäumt, was 23 Prozent entspricht. In den Hauptschulen liegt dieser Anteil allerdings nur bei zwölf, in den Gesamt-, Real- und Grundschulen bei rund 20 und bei den Gymnasien bei 28 Prozent.

Fehlzeiten nach den Ferien

Als „schuldistanziert“ gelten Schüler, die mehr als zehn Tage gefehlt haben. Das waren in den Hauptschulen 37, in den Gymnasien neun Prozent. Im Vorjahr lagen diese Zahlen insgesamt um 1,4 Prozent höher. Dass sich die Zahlen nicht wesentlich ändern, zeigt auch ein Vergleich mit 2001/02. Damals gab es die erste umfassende Umfrage in den Schulen. Sie zeigte, dass 3,5 Prozent der Schüler über drei Wochen (21 bis 40 Tage) gefehlt hatten. In diesem Jahr lag die Vergleichszahl bei 2,85 Prozent. Nicht erfasst wurde 2001/02 das unentschuldigte Fehlen. Das ist in der aktuellen Statistik anders. Sie zeigt, dass immerhin 837 Schüler über 40 unentschuldigte Fehltage hatten, weitere 1200 Schüler 21 bis 40 Tage.

In den Tagen vor und nach den Ferien fällt an vielen Schulen auf, dass Kinder nicht am Unterricht teilnehmen, weil sie mit ihren Familien auf Urlaubsreisen sind. Die Eltern entschuldigen ihre Kinder zum Teil mit ärztlichen Attesten. Wie berichtet, schalten manche Schulen die Ärztekammer ein, wenn sie den Verdacht hegen, dass Mediziner aus Gefälligkeit Atteste ausstellen.

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