Schulessen : Neun Millionen Euro leckerer

Der Senat will das Schulessen verbessern und verdoppelt deshalb die Zuschüsse für Grundschüler. An Oberschulen soll es aber keine Subventionen geben, was Senatorin Scheeres gegen Kritiker verteidigt.

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Schmeckt’s? Am Schulessen gibt es viel Kritik. Mehr Kontrolle und mehr Geld sollen die Problem beheben. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Schmeckt’s? Am Schulessen gibt es viel Kritik. Mehr Kontrolle und mehr Geld sollen die Problem beheben. Foto: Kitty...

Der Senat ist am Dienstag den Vorschlägen von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) für ein besseres Schulessen gefolgt. Demnach sollen die Zuschüsse des Landes von bisher zehn auf rund 19 Millionen Euro steigen. Flankierend soll ein neues Gesetz die Qualitätsverbesserungen ab Sommer 2013 schrittweise absichern. Der Entwurf muss aber noch in den Gremien und im Abgeordnetenhaus diskutiert werden. Scheeres verteidigte ihre bisherige Linie, wonach die Eltern weiterhin die Hauptlast der Essensfinanzierung tragen sollen.

„Wir bleiben in der bisherigen Systematik“, sagte sie auf die Frage, warum die Sekundarschüler und Gymnasiasten – anders als Kitakinder, Grundschüler und Studenten – keine staatlichen Essenszuschüsse bekommen. Auch die Frage nach einer einkommensabhängigen Staffelung der Essensbeiträge wehrte sie mit Hinweis auf das „jetzige System“ ab.

Als erster Schritt zu einem besseren Schulessen gibt es Fortbildungen für Rektoren und Eltern, damit sie imstande sind, an den neuen Essensausschüssen mitzuwirken. Diese Ausschüsse sollen sich um die Auswahl des Caterers kümmern und sich mit den Qualitätskriterien für das Schulessen auskennen. Im Gegenzug erhalten sie ein stärkeres Mitspracherecht rund um das Schulessen.

Herzstück bei der Verbesserung der Verpflegung ist der neue Festpreis, den Scheeres bei 3,25 Euro gegenüber den bisherigen rund zwei Euro ansetzen will. Der Festpreis soll bewirken, dass der Wettbewerb künftig nicht mehr über den Preis, sondern über die Qualität läuft. Da die Eltern auch künftig rund 70 Prozent der Gesamtausgaben für das Essen tragen sollen, würden ihre Beiträge von monatlich 23 auf 37 Euro, steigen.


Unklar ist, wie sich der neue Festpreis der Grundschulen von 3,25 Euro auf die Oberschulen auswirkt. Bei ihnen schließen nicht die Bezirke, sondern die Eltern die Verträge mit den Caterern ab, weshalb der Senat keinen Festpreis vorgeben kann. Scheeres hofft, dass die Qualität dennoch den Ansprüchen genügen wird: Schließlich werde es auch an den Oberschulen Essensausschüsse geben.

Eltern und Schulleiter befürchten, dass die Zahl der Familien, die an den Oberschulen Verträge für ein warmes Mittagessen abschließen, noch weiter zurückgeht, falls der Preis steigt. Scheeres setzt hingegen auf flexible Preislösungen der Caterer. Zudem verweist sie darauf, dass es wegen der vielen Ferien im Schnitt nicht 20, sondern nur 16 Schultage pro Monat gebe. Deshalb werde das Essen an den Oberschulen nicht 65, sondern nur rund 50 Euro kosten.

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