Schulinspektionen : Kein Empfehlungs-Smiley am Schultor

Warum werden eigentlich Finanzbeamte verschont, Schulleiter aber an den Pranger gestellt? Bernd Matthies will keine völlig transparenten Schulen.

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Klassenfrage. Bald benoten nicht mehr nur Lehrer die Leistungen der Schüler.
Klassenfrage. Bald benoten nicht mehr nur Lehrer die Leistungen der Schüler.Foto: dpa

Transparenz ist ja überhaupt die Sache schlechthin im Moment. Doch während das Interesse an den Dauersitzungen der Piratenpartei langsam nachzulassen scheint, bleibt die Schule als solche ein ganz heißes Thema. Deshalb sollen nun nach dem Willen des Senats die Ergebnisse der turnusmäßigen Schulinspektionen im Internet veröffentlicht werden. Es gibt zwar keinen Empfehlungs-Smiley am Gebäudeeingang, aber im Ergebnis ist es das Gleiche.

Klingt gut – ist aber fragwürdig. Denn worauf wird diese Maßnahme hinauslaufen? Vermutlich darauf, dass die unter aufgeklärten Eltern ohnehin bekannten schlecht geleiteten oder sozial belasteten oder mit besonders überalterten Kollegien ausgestattenen Schulen nun noch stärker gemieden werden. Von einer fürsorglichen Verwaltung würde man sich aber ganz im Gegenteil wünschen, dass sie die erkannten Schwachpunkte beseitigt, statt sie im Netz auszustellen.

Eine Frage: Wie wäre es denn, wenn uns der Senat auch die schlechtesten Feuerwachen und Polizeireviere und die langsamsten und fehlerreichsten Finanzämter vorstellen würde? Das ist aus gutem Grund völlig undenkbar. Aber mit den Schulen kann man’s ja machen.

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