Berlin : Schulkleidung: Selbst-bewusst

Annette Kögel

Manche können es sich nicht leisten, beliebt zu sein. "Du Aldi-Kind mit Humana-Sachen, du stinkst", lauten Schulhofsprüche. Jugendliche entwickeln ihre Persönlichkeit erst, deswegen buhlen sie gern mit Äußerlichkeiten wie Markenkleidung um Anerkennung. Doch Aussehen und Accessoires dürfen nicht darüber entscheiden, ob jemand Außenseiter ist oder Klassen-Star. Handy und Discman sind Statussymbole - das ändert auch eine Schulkleidung nicht von einem Tag auf den anderen. Aber sie schärft das Bewusstsein für Konsumzwänge, das zeigt der Test. In Jessen, Sachsen-Anhalt, will man den Dress womöglich verordnen. Doch eine staatliche Kleiderkammer ist nicht der richtige Weg. Funktionieren kann das nur auf freiwilliger Basis. Wenn Grundschulen Schülerjahrgänge mit identitätsstiftener Kleidung ausstatten, werden keine Modepüppchen groß. Das macht Kinder im wahrsten Sinne des Wortes selbst-bewusst: Zeig mir, was du trägst, und ich sehe, dass du zu einem Team gehörst.

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