Schulschließung : Hilferuf aus Lichtenrade

Rund 350 Kinder sitzen am Freitagmittag auf dem Sportplatz der Grundschule im Taunusviertel in Lichtenrade. Sie haben den Schriftzug "Wowi hilf" gebildet: Mit der Aktion wollen sie sich gegen die drohende Schließung ihrer Schule wehren.

Florian Ernst
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Menschliche Parole. Auf dem Sportplatz bildeten Kinder aus der Taunus-Grundschule den Hilferuf an Klaus Wowereit. -Foto: Steinert

Am selben Tag überreichte die Elterninitiative dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) einen offenen Brief, da er Anfang der 90er Jahre als damaliger Bildungsstadtrat die Errichtung der Schule veranlasst habe.

Warum nun die Schließung erwogen wird, ist den betroffenen Eltern rätselhaft: „Mir ist nicht klar, warum gerade die neueste und renommierteste Schule hier geschlossen werden soll“, sagt Martina Jordan. Ihr sechsjähriger Sohn Fabian besucht die erste Klasse.

„Es gibt für sechs Grundschulen nicht mehr genügend Schüler“, begründet der zuständige Bezirksstadtrat Dieter Hapel (CDU), warum er eine der Lichtenrader Grundschulen schließen müsse. Die Schülerzahl pro Klasse werde auf 15 bis 21 Schüler fallen, im Durchschnitt seien es heute 24 bis 28. Eine Ausnahmeregelung habe die Senatsschulverwaltung abgelehnt. Dass es die Grundschule im Taunusviertel treffen soll, sei noch nicht endgültig beschlossen, es sprächen aber viele Gründe dafür. Mit rund 350 Schülern sei sie die kleinste Schule, die anderen hätten 450 bis 600. Zudem sei eine weitere Nutzung der Schulräume möglich. Die Elisabeth-Rotten-Schule, eine Förderschule, könnte dort einziehen. „Es ist keinesfalls eine Benotung der pädagogischen Leistung der Schule“, betont Hapel.

Schwindende Schülerzahlen lässt Martina Jordan als Grund nicht gelten. An der Taunus-Grundschule gebe so viele Anmeldungen, dass viele Kinder nicht zum Zuge kämen. Gerade wegen der besonderen Sportbetonung sei die Schule selbst über ihr Einzugsgebiet hinaus sehr beliebt. 

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